1860 München begann mit einem zurückgezogen Kohlars, der Huberts bewachte, mit Reich als Aufpasser für Stein und Stemmer als freien Mann im Abwehrzentrum. Luttrop sollte ab und an den Angriff unterstützen. Im ersten Durchgang verstanden es die Sechziger noch halbwegs, ihre Taktik durchzusetzen, doch nach dem Seitenwechsel zerbröselte das System immer mehr. Frankfurt spielte von Beginn an flüssig und homogen. Das 1:0 nach elf Minuten durch Helmut Kraus nach einer Stein-Flanke war der erste Nadelstich in die, trotz guter Vorsätze, wackelige Löwen-Abwehr. Auf der Gegenseite fiel nur Berti Kraus auf, mit dem Höfer seine liebe Müh und Not hatte. Der Ausgleich durch den Rechtsaußen nach einem unnachahmlichen Solo (14.) brachte die Eintracht indes kaum aus dem Konzept. Bereits drei Minuten später zog der starke Außenläufer Horn aus 20 Metern ab. Der Ball wurde abgefälscht und landete, unhaltbar für Radenkovic, in dessen Torgehäuse. Frankfurt dominierte das Treffen weiterhin, denn nicht nur die Läufer Lindner und Horn spielten stärker als ihre Gegenüber, sondern auch Huberts und Kraus agierten präzise und einfallsreich. Ohne die Abwehrparaden von Radenkovic wäre die Eintracht 1860 bereits vor der Pause enteilt.
Dass nicht nur das Frankfurter Mittelfeld in guter Form, sondern auch die Sturmachse Kreß und Stein bestens aufgelegt war, belegte die zweite Hälfte der Partie nachdrücklich. Nach einer Chance für Kohlars aus zehn Metern (55., Loy hielt), gelang Stein ein unhaltbarer 16-Meter-Flachschuss, der zum 3:1 einschlug (57.). Auch beim 4:1 durch den Frankfurter Mittelstürmer waren die Bewacher Reich und Stemmer viel zu weit weg vom Mann (62.). Münchens einzig gefährlicher Stürmer Kraus war inzwischen nach einer Höfer-Attacke angeschlagen und hätte sein Eintracht-Namensvetter Helmut nicht Kohlars unnötig von den Beinen geholt (Stemmer verwandelte den Elfer sicher, 69.), wäre von den mittlerweile völlig harmlosen Sechzigern kaum mehr etwas zu sehen gewesen. Denn die Schlussphase gehörte vorwiegend den Gastgebern. Nach einer fatalen Rückgabe Steiners sprintete Oldie Kreß dazwischen und erhöhte auf 5:2 (72.). Im Anschluss an einen Brunnenmeier-Kopfball (übers Tor, 78.) war die Luft aus der Partie raus.