Hertha begann gegen den Tabellennachbarn betont vorsichtig, hatte Beyer erneut als Doppelstopper zurückbeordert und wirkte zu Beginn in der Abwehr doch nicht sattelfest. Auch Torwart Tillich wirkte unsicher, denn er stand beim Saida-Freistoß viel zu weit vor dem Tor, so dass er den Lupfer nicht erreichte (15.). Umgehend wurde Beyer wieder in die Sturmspitze geschickt und machte auch prompt das 1:1 nach einer Rühl-Flanke (20.). Der Berliner Sturmlauf setzte sich danach unvermindert fort, doch die aufmerksame KSC-Defensive, mit einem reaktionsschnellen Paul im Tor, überstand die Drangphase mit Glück und Können. Statt des in der Luft liegenden Führungstreffers der Gastgeber gelang den Badenern kurz vor dem Halbzeitpfiff die Führung. Erneut war ein Abwehrfehler Ursache des Hertha-Dilemmas. Stark, mit dem Groß einige Schwierigkeiten hatte, war zur Stelle.
Der kleine Berliner Läufer machte mit dem wiederholten Ausgleich, den er mit einem Fernschuss erzielte, bei dem sich Paul seinen einzigen Schnitzer leistete, wieder gute (55.). Obwohl Hertha mit Beyer, Rühl und Feader immer wieder gut Angriffe inszinierte, blieb der KSC bei den seltenen Entlastungsangriffen akut gefährlich. Das lag vor allem an dem unsicheren Heuer und dem konditionell nach einer Stunde stark abbauenden Eder, die sich als Achillesverse der Berliner Deckung erwiesen. So ging das 3:2 durch Geisert ebenfalls auf das Konto dieser fatalen Anfälligkeiten (76.). In der Schlussphase erwies sich die KSC-Läuferreihe (Marx ragte heraus) als flexibles, kampf- und spielstarkes Bollwerk, das mit dem nun extrem nachlassenden Berliner Druck problemlos fertig wurde. Letztlich brachen die drei Abwehrfehler den Berlinern das Genick.