Am frostigen Boden mag es nicht allein gelegen haben, dass das Nürnberger Spiel von Beginn an erstarrt und schablonenhaft daherkam. Die Underdogs aus Niedersachsen hatten jedenfalls in kaum einer Phase einen ernsthaften Widerpart vor sich. Vor allem der Nürnberger Angriff überbot sich in Harmlosigkeiten, trotz bekannter Namen wie Morlock und Strehl, die entweder zu langsam (Morlock) oder zu einsam (Strehl) ihre übersichtlichen Kreise zogen. Völlig anders trumpfte die Eintracht auf. Von den herausragenden Läufern Schmidt und Bäse geführt, ließen die Gastgeber ungezählte Angriffswellen auf das Gehäuse von Wabra zurollen. Da das Zielwasser aber nicht in Braunschweig erfunden wurde, stand es groteskerweise zur Halbzeit noch 0:0. Molls Pfostenschuss (29.) und eine Rettungsaktion von Popp auf der Torlinie (30.) waren die Highlights des Powerplays.
Kaum war die Partie wieder angepfiffen, lag der Ball im Netz des tapferen Wabra. Moll war einmal mehr Wenauer entronnen und hatte aus kurzer Entfernung getroffen (46.). Bei einem Zusammenprall mit Verteidiger Meyer brach sich zu allem Übel Läufer Gettinger den Unterschenkel und musste auf der Bahre das Feld verlassen (55.). Unaufhörlich griffen die Braunschweiger weiterhin an, wobei sich Gerwien mit einer grandiosen Leistung - Popp wurde vom Rechtsaußen geradezu schwindelig gespielt - und Moll als Aktivposten im Angriff profilierten. 69 Minuten waren verstrichen, als Reisch Hosung von den Beinen holte und Moll den Strafstoß bombensicher verwandelte. Einige Gegenzüge des Clubs unterbrachen danach die zuvor einseitig auf ein Tor zulaufende Partie. Doch diese hilflosen Versuche der Gegenwehr waren nur ein Intermezzo. Der Club hatte zudem noch Glück, als Hosung erneut gefoult wurde - diesmal von Popp - der Elfmeterpfiff jedoch ausblieb (74.). Nürnberg entkam einem Debakel nur, weil sich die Eintracht trotz 15:2 Ecken und ca. vierzig Torschüssen mit den zwei Treffern begnügte.