Auf dem eisglatten Geläuf kamen die Löwen nach gewisser Anlaufzeit besser als die Hausherren klar, spielten ballsicherer, schnell und mit steil angelegten Attacken. Kraus bereitete Lorenz arge Probleme, Schütz zog gegen Küppers zumeist den Kürzeren und in der Abwehr stachen Kohlars, Reich und Steiner heraus. Bei Werder fand in Durchgang eins kaum ein Akteur seine Normalform, sieht man von Schimeczek und Thun ab, deren Mitspieler aber zu selten auf die Ideen beider eingingen. Das 1:0 für die Gäste durch Brunnenmeier, der nach einem Zuspiel von Kraus erst Piontek, dann Jagielski und Schimeczek umkurvte und flach einschoss, war zu diesem Zeitpunkt hochverdient (26.). Eine Kombination zwischen Zebrowski, Schimeczek und Meyer verwandelte Letzterer jedoch eine Minute vor dem Halbzeitpfiff zum schmeichelhaften Ausgleichtreffer.
Mit der spielerischen Steigerung der Antreiber Lorenz, Schimeczek, Schütz und Soya nach der Pause begann der Umschwung. Die Folge war das 2:1 Werders durch seinen besten Akteur Thun, der einen Abpraller verwandelte. Radenkovic hatte einen Meyer-Schuss zu kurz abgewehrt (57.). Der Ball lief nun immer flüssiger durch die Bremer Reihen, die von den Verletzungen der Löwen-Offensivkräfte Küppers und Heiß profitierten. Kurz nach einer letzten guten 1860-Chance (Rebele vergab) hatte Radi einen Blackout, warf Thun das Leder vor die Füße, der auf Soya weitergab, dem das 3:1 gelang (64.). Auch das 4:1 für die weiterhin eindeutig dominierenden Gastgeber entsprang einem Fehler des Löwen-Keepers, der eine Flanke unterlief, so dass Meyer problemlos per Kopfball traf (86.). 1860 leistete nach dem Seitenwechsel einfach zu wenig Gegenwehr, während sich die Bremer über den Kampf auch spielerisch zu steigern wussten und verdient die Punkte einsackten.