Vereister Rasen bildete in Braunschweig die anspruchsvolle Grundlage einer spannenden Auseinandersetzung. Auch hier kamen die Spieler völlig unterschiedlich mit dem Untergrund klar. Zuerst griffen die Löwen beherzter an. Ihre Außen Kraus und Heiß fühlten sich auf dem glitschigen Parkett sichtlich wohl, während Wuttich und Dulz auf der Gegenseite ihre Probleme hatten, zudem auch ihre Flügel-Posten oft verwaisen ließen und zu sehr ins Mittelfeld bzw. in die Angriffszentrale drängten. Dort stand mit Humpa jedoch ein starker Mittelläufer, der Moll zur Wirkungslosigkeit verdammte und zentral geschickt organisierte. Braunschweig überstand den ersten Schwung der Sechziger unbeschadet und kam selbst zu Möglichkeiten, doch spätestens beim mätzchenfreien, sicheren Radenkovic war Endstation. Ein Löwen-Konter in der 22. Spielminute durchbrach die Eintracht-Angriffe entscheidend, wobei Kohlars - der im Prinzip für den zurückhängenden Brunnenmeier den Mittelstürmer mimte - zuletzt am Ball war. Weitere Löwen-Gegenzüge vor der Pause hätten gut und gern das 2:0 bedeuten können.
Das Eintracht-Mittelfeld wusste auch im zweiten Durchgang nicht, wie die entscheidenden Akzente zu setzen waren. Schmidt blieb zu sehr in der Abwehr gebunden; Bäse fiel offensiv nur durch misslungene Distanzschüsse auf; Schrader blieb blass und Hosung gefiel zwar läuferisch, spielte aber nach vorne uneffektiv. Die Münchener hatten dagegen mit dem Techniker Küppers einen guten Regisseur, der eifrig von Zeiser, Luttrop und Brunnenmeier assistiert wurde. Kraus und Heiß rochierten intelligent und machten leichtfüßig Brase und Meyer das Leben schwer. Einzig im Abschluss blieben die Sechziger zumeist harmlos - Jäcker brauchte nur selten eingreifen. Insgesamt wirkte 1860 erstmals auswärts wirklich souverän und entführte zurecht als erster Verein in dieser Saison aus Braunschweig gegen die planlosen Eintracht-Kicker die Punkte.