Die Einseitigkeit der ersten Halbzeit war frappierend; der Umschwung im zweiten Durchgang kaum zu erwarten. Die Borussen kamen mit dem weißen Untergrund zumindest vor des Gegners Tor anfangs wesentlich besser zurecht. Zwar hatte Werder durch Soya in einer Eins-zu-eins-Situation gegen Tilkowski den besseren Start (4.), doch der BVB-Keeper rettete. Ins Tor trafen vor der Pause nur die furios angreifenden Borussen. Den Anfang machte Brungs per Kopfball in der 14. Minute. Lambertz stand viel zu weit vor seinem Kasten. Beim 2:0 durch Konietzka, zwei Minuten später, hatte Werders Keeper indes keine Abwehrchance. Emmerichs von Konietzka weitergeleiteter Flankenball wurde zum 3:0 von Brungs in der 19. Minute über die Linie gedrückt, doch das 4:0 Konietzkas ging erneut auf die Kappe von Lambertz (35.). Werder war trotz dieses debakelartigen Rückstands keineswegs chancenlos. So fehlten Ferner (36., an die Latte) und Hänel (38., übers Tor) nur wenige Zentimeter zum Anschlusstreffer. Das Fehlen der Bremer Stammkräfte Bernard, Schimeczek und Klöckner war jedoch in Durchgang eins nicht zu kompensieren.
Dortmund ließ es nach der Pause wesentlich ruhiger, aber auch lockerer angehen. Zuerst wurde Konietzka jedoch zwei Mal elfmeterwürdig gefoult, ohne dass Schiedsrichter Riegg pfiff, ehe nach einer guten Stunde Werder ein Übergewicht erarbeitete und durch Hänel auf 1:4 heran kam und Zebrowski zwölf Minuten später nach Vorarbeit Thuns auf 2:4 verkürzte. Dortmund hätte durch einen Wosab-Elfmeter (79., Lorenz riss Konietzka nieder) mit dem 5:2 den Sack zumachen können, doch der Rechtsaußen knallte das Leder an den Pfosten. Stattdessen überredeten (!) vier protestierende Werder-Spieler Riegg, der nach einer Schwalbe Zebrowskis bereits auf Eckball entschieden hatte, zu einem weiteren Elfmeterpfiff: Schütz verwandelte sicher (84.). Die von gellenden Pfiffen der Zuschauer begleiteten Schlussminuten verunsicherten den Schiri so sehr, dass er unter tumultartigen Protesten beider Teams ca. zwei Minuten zu früh abpfiff. Ein wahrlich verrückter Kick.