Das 1:0 kurz nach dem Anpfiff hatten die Nürnberger regelrecht verpennt. Wabra protestierte zwar energisch, weil er einen Abseitspfiff gehört haben wollte, doch das Tor von Thun zählte. Umwerfen ließen sich die Gäste von der Noris aber nicht von dem Rückstand. Der Ball lief zügig durch ihre Reihen, weil sie mit dem großartigen Ballverteiler Reisch eine formidable Anspielstation im Mittelfeld präsentierten. Wäre der Club im Abschluss seiner oft gekonnten Spielzüge ebenso stark gewesen, wäre Werder bestimmt nicht als Sieger vom Platz gegangen. Jedenfalls glichen die Gäste durch Wild in der 18. Minute erst einmal verdient aus, als der unsichere Jagielski den Ball verlor und Ilic mit dem Herauslaufen zögerte. Danach gab es zwar Möglichkeiten für beide Teams, noch vor der Pause einen weiteren Treffer zu erzielen, doch vor den Toren fehlte es den Akteuren an der Zielgenauigkeit.
Die Dominanz der Nürnberger im Mittelfeld hielt auch nach dem Seitenwechsel an. Doch Werder blieb speziell über seinen schnellen Rechtsaußen Zebrowski, der Popp ein ums andere Mal entwischte, immer gefährlich. Nach einer guten Chance für Strehl - Ilic blieb Sieger - landete eine Flanke des emsigen Ferner vor dem Tor von Wabra. Der bis dato enttäuschende Hänel köpfte zum überraschenden 2:1 ein (67.). Die kampfstärkeren Bremer kauften ihren Kontrahenten nun immer öfter den Schneid ab und gestalteten die Partie nun wesentlich offener. Auch die Abwehr der Gastgeber stand endlich stabil und die bis dahin gut (bis zum Strafraum) harmonierenden Strehl, Wild und Albrecht lagen zunehmend an der Kette ihrer in der Schlussphase erstarkten Gegenspieler Piontek, Jagielski und Schütz. Als der aufgerückte Popp per Kopfball kurz vor Schluss an Ilic scheiterte, hatten die Bremer etwas glücklich die Punkte eingesackt.