Auch gegen die Schwaben präsentierte sich die "Alte Dame" Hertha als launische Diva. Im tiefen Schnee ging es zwar zu Beginn flott nach vorne und Torchancen gab es auch eine knappe Handvoll, doch schon hier zeigte sich Sawitzki im Tor der Gäste in prächtiger Verfassung. Naturgemäß stockten aufgrund der widrigen Bodenverhältnisse die Aufbauaktionen auf beiden Seiten immer wieder, doch während die Berliner recht kopflos angriffen, gingen die Stuttgarter stärker zu einem präzisen Kurzpassspiel über, blieben dadurch länger in Ballbesitz und nahmen den Gastgebern den Schwung aus der Offensive. Zudem versäumten die Berliner Stürmer den rechtzeitigen Abschluss, aber auch die Möglichkeiten, mit Distanzschüssen die tückischen Bedingungen zu nutzen.
Stuttgart lieferte wahrlich keine Glanzleistung ab; das ließen die Verhältnisse nicht zu. Doch das Team spielte konzentriert, hatte erneut in Hoffmann einen stabilen Abwehrorganisator, der mit Entenmann und Pfisterer bewährte, ballsichere Läufer an der Seite vorfand. Der Angriff beschwor zwar selten gefährliche Szenen hervor, für zwei Tore reichte es jedoch. Hertha (genauer: Eder) war erneut zu weit aufgerückt und Schimmöller patzte im Zweikampf gegen Höller: 1:0 für die Gäste. Dann setzte zu allem Berliner Übel auch noch Altendorff übernervös einen Handelfmeter (Pfisterer spielte "Retter") weit neben das Tor und Sawitzki parierte Minuten später einmal mehr grandios gegen Rühl (82.). Eiskalt und klassisch konterte der VfB in der Schlussphase die verzweifelten Berliner aus. Wieder war Eder nicht rechtzeitig bei Waldner, der die Kugel ungedeckt einkicken durfte (84.). Einfaches Fazit: Clevere Schwaben.