Brunnenmeier zog sich sogleich ins Mittelfeld zurück und Auernhammer beschränkte sich auf eine Rolle als linker defensiver Mittelfeldspieler, anstatt den Linksaußenposten offensiv zu gestalten. Mit diesen Schachzügen erwarteten die Löwen die Angriffe des Tabellenführers. Doch der tat sich schwer, hielt den Ball zu lange, spielte zuviel quer und wirkte im Sturm harmlos. Schon nach zehn Minuten musste Ewert gegen den immer wieder in die verwaiste Sturmmitte hineinstechenden Halbstürmer Kohlars retten. Drei Minuten später überlistete der freche Angreifer Ewert jedoch, als er einen weiten Abschlag von Radenkovic aufnahm, von den drei Kölnern in nächster Nähe in Ruhe gelassen wurde und aus 18 Metern schoss. Ewert berührte den Ball zwar noch, was aber nicht das 1:0 der Löwen verhinderte. Erst als Luttrop einen Freistoß Hornigs für den schlecht stehenden Radenkovic von der Linie boxte (34.), kam Köln durch Sturms Elfer zum Ausgleich. Der ansonsten enttäuschende Thielen traf Sekunden vor dem Pausenpfiff noch den Pfosten.
1860 spielte insgesamt einen flüssigeren Fußball als die favorisierten Hausherren. Mit Küppers hatten sie auch den stärksten Mittelfeld-Lenker in ihren Reihen, denn Overath lag beim robusten Zeiser meist an der Kette und Schäfer fand zuwenig Unterstützung von seinen Nebenleuten. In der 57. Minute schob der schnelle Außen Heiß eine kurze Ecke zu Küppers, dessen Flanke Kohlars zum 2:1 für die Löwen einköpfte. Benthaus und Sturm trieben als laufstärkste Kölner zwar unentwegt an, doch es musste eine großartige Energieleistung von "Oldie" Schäfer herhalten, der sich an drei Sechzigern vorbeidribbelte und zum 2:2-Ausgleich einschoss (65.). Auch in der Schlussphase fehlte es den Kölnern an der nötigen Geschlossenheit, so dass kaum mehr Torchancen erspielt wurden und 1860 zurecht einen Punkt aus der Domstadt entführte - trotz gewisser Unsicherheiten seines nervösen Schlussmanns Radenkovic, der nahezu jeden Abschlag ins Seiten-Aus bugsierte.