Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - SV Werder Bremen

Zwei Abwehrfehler und Jagielskis zwickende Hüfte

Tadellose Partie als Abwehrorganisator und tief stehende Aufbauzentrale: Klaus-Dieter SieloffTadellose Partie als Abwehrorganisator und tief stehende Aufbauzentrale: Klaus-Dieter Sieloff

Natürlich war die Verletzung von Jagielski, der nach 23 Minuten bereits für zehn Minuten draußen behandelt werden musste und danach nur noch als Statist am linken Flügel verweilte, spielentscheidend (dazu SVW-Coach Multhaup: "...ich meine, er hat Schmerzen, ob er spielt oder nicht, also habe ich ihn nicht aus der Mannschaft genommen."). Die Hüftverletzung war aber nicht nur schmerzhaft für Werders Ausputzer, sondern ließ einen Punktgewinn in Stuttgart in weite Ferne rücken. Vor dem Ausfall des Ausputzers hatten Höller und Geiger für den VfB (13.) und Zebrowski für Werder (14.) die Führung bereits auf dem Fuß. Personell geschwächt wollte im Bremer Sturm kaum mehr etwas gelingen. Zebrowski rannte sich immer wieder an Seibold fest; Hänel rechtfertigte seinen Einsatz in keiner Weise und die anderen nominellen Angreifer hingen soweit zurück, dass sie für Gegenzüge selten zur Verfügung standen. Somit lief das Spiel einseitig in Richtung Werder-Torwart Bernard, der zwar kaum eine Ruhepause, aber auch nur wenige wirklich brenzlige Situationen zu bestehen hatte. Beim 1:0 durch Höller war unglücklicherweise die Bremer Abwehr nicht ganz im Bilde (42.). Vielleicht war sie noch etwas geschockt, denn kurz zuvor hatte Geiger noch die Querlatte getroffen.

Beim VfB lief es im Prinzip nur über die linke Seite flüssig nach vorne. Zipperer war rechts längst kein Waldner-Ersatz und Hoffmann ging grippekrank (!?) ins Spiel. Geiger hatte es zumeist mit zwei Gegenspielern zu tun, aber Wanner und Höller rissen links die Bremer Deckung regelmäßig auf. Im Mittelfeld herrschte neben Wanner der großartige Entenmann, über den fast jeder Spielaufbau lief. Tatkräftig unterstützt vom umtriebigen Sieloff, der ohne ernstzunehmenden Gegenspieler ähnlich dominant und fehlerfrei antrieb. Zum Bremer Dilemma, den Stuttgarter Angriff über 90 Minuten zwar recht gut eingeschränkt und kaum große Chance zugelassen zu haben, gesellten sich aber dummerweise die beiden entscheidenden Abwehrfehler, die die Tore verursachten. Beim zweiten Tor, das Zipperer erzielte, bzw. "geschenkt" bekam, war es Torwart Bernard, der maßgeblich "mithalf" (71.). Unkonzentriertheiten Werders, die ohne den Druck der Schwaben vielleicht in dieser Form nicht passiert wären, entschieden also diese insgesamt doch recht schwache Partie.

Die Spielstatistik VfB Stuttgart - SV Werder Bremen

VfB Stuttgart

-

SV Werder Bremen

2:0 (1:0)

Bundesliga 1963/1964, 18. Spieltag
30.03.1964, 15:00 Uhr
35.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Max Spindler (Mainz)
Tore
1:0 Dieter Höller 43.
2:0 Friedrich Zipperer 71.