Bundesliga

Spielbericht & Statistiken

Olympiastadion (Berlin) · Zuschauer: 35.000 · Schiedsrichter: Herbert Lutz

» Hinspiel: Duisburg - Hertha BSC 1:3

1:0 Steinert (1.)
2:0 Steinert (4.)
3:1 Altendorff (39.)
4:1 Rühl (46.)
5:1 Altendorff (78.)
5:2
(3:1)
2:1 Lotz (9.)
5:2 Walenciak (90.)
Besondere Vorkomnisse:
Rühl verschießt Foulelfmeter - neben das Tor

Hertha nicht wiederzuerkennen

Plötzlich waren seine alten Torjägerqualitäten wieder da: Hans-Joachim Altendorff
Ehe sich der Favorit aus Meiderich versah, lag er bereits 0:2 hinten - nach ganzen vier Minuten: Zwei Mal traf Steinert - zwei Mal legte Feader für den Halblinken auf; beim zweiten Tor gar mit der Hacke. Erneut ohne Krämer und Rahn zu diesem Nachholspiel angereist, trafen die Gäste auf eine Hertha-Defensive, die sich als überraschend sattelfest erweisen sollte. Im Spielverlauf offenbarte Eder zwar Zweikampfschwächen gegen Versteeg, doch die waren nicht spielentscheidend. Der MSV musste nun die Abwartehaltung beenden und die Aufholjagd in Angriff nehmen, was dem Team in dieser Saison meist erspart geblieben war. Das Meidericher Spiel wurde nach dem schnellen 1:2 durch Lotz nach einem Freistoß (9.) allerdings kaum griffiger. Hertha dominierte, denn Groß und Klimaschefski spielte einen stark verbesserten Part als Läufer und Spielgestalter Feader fütterte gemeinsam mit dem quirligen Techniker Steinert die vorderste Linie, in der Rühl und Altendorff den bulligen Beyer ausstachen. Die MSV-Gegenwehr war zwar nicht unbeträchtlich, doch es fehlten vorne die entscheidenden Ideen. Zwingender blieb die Hertha. Nach Feaders Lattenschuss gelang Altendorff noch das 3:1 (39.) und der MSV begann nach dem Staunen langsam zu verzweifeln.

Als nach dem Wiederanpfiff kein Duisburger ans Leder kam und nach zehn Sekunden Rühl zum 4:1 getroffen hatte, war die Sensation bereits perfekt. Zwei Blitzstarts waren einfach zuviel für die Moral der Gäste. Es lief einfach nicht, dafür bei den Berlinern umso besser. Locker steckten sie demzufolge auch einen Elfmeter-Fehlschuss von Rühl weg, denn Altendorffs 5:1 per Kopf schürte die Selbstsicherheit und sogar weitere Treffer waren möglich - hätte Manglitz nicht noch zwei, drei Mal die Fäuste dazwischen gehabt. Von Aufgabe war beim MSV trotz des deprimierenden Spielstandes keineswegs die Rede. Der zweite Treffer in der Schlussminute durch Walenciak entsprang zwar einem Nachlässigkeit der Hertha-Abwehr, doch es war zugleich der kleine Lohn für den nicht verzagenden Kampfeswillen der Gutendorf-Elf, denen der Meisterschaftszug wohl nun enteilt war.
Spieltag

19. Spieltag

Samstag, 01.02.1964 Bremen2:0 K'lautern
Samstag, 01.02.1964 Karlsruhe3:1 Braunschweig
Samstag, 01.02.1964 Schalke2:3 1. FC Köln
Samstag, 08.02.1964 Münster0:1 Nürnberg
Donnerstag, 26.03.1964 TSV 18601:1 Stuttgart
Freitag, 27.03.1964 Hertha BSC5:2 Meiderich
Montag, 30.03.1964 Saarbrücken2:1 Dortmund
Montag, 30.03.1964 Frankfurt2:2 Hamburg

„Wie auch immer es ausgehen mag, es war ein schwer erkämpfter Sieg für die Bayern.”

— Wilfried Mohren