Wie wäre die Partie wohl verlaufen, wenn sich Kiß in der dritten Spielminute drei Meter vor dem Tor nicht verheddert hätte? Doch diese Szene sollte symptomatisch für den weiteren Verlauf der Partie werden. Münster stürmte wie aufgezogen und Nürnberg konterte punktuell, aber gefährlich. Erstmals in der neunten Minute, als Strehl aus dem Hinterhalt abzog und Eiteljörge in höchster Not die Fäuste hochriss. Dann brach Dörrs Verletzung zu allem Übel wieder auf (20.), und der Halblinke war nur noch etwas mehr als ein Statist. Wenauer-Ersatz Billmann brachte fast ein Eigentor zustande, doch seine verunglückte Rückgabe flatterte nicht nur über seinen Keeper Wabra hinweg, sondern auch über die Querlatte (28.). Die zweitbeste Preußen-Chance hatte wiederum Kiß, dessen Fallrückzieher in den Armen Wabras landete (39.). Auf der Gegenseite wurde kurz vor dem Pausenpfiff ein Dachlauer-Durchbruch noch rechtzeitig abgeblockt.
Kaum war der Ball nach der Pause wieder im Spiel, schickte Müller einen steilen Pass in die Preußen-Hälfte. Außer Tasso Wild sprintete niemand - vor allem kein Preuße - hinter dem Leder her und der Club-Stürmer machte das überraschende 1:0 (46.). In derselben Art liefen zwei weitere Steilvorlagen für Strehl und Dachlauer kurz darauf ab. Strehl schoss über den Kasten und Dachlauers Geschoss lenkte Eiteljörge mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Eine weitere Szene, die dem katastrophalen Abschluss-Manko der Westfalen Ausdruck verlieh, ereignete sich in der 58. Spielminute, in der gleich drei Kicker der Hausherren das leere (!) Tor verfehlten. Das Dilemma toppte Rummel, dessen Pfund in der 78. Minute vom Querbalken ins Feld zurücksprang. Der Club kombinierte insgesamt sachlicher, hatte in Reisch, Strehl und Albrecht seine spielstärksten Kräfte und in Wabra einen aufmerksamen Schlussmann, der dem vor dem Tor zappeligen Preußen-Sturm den letzten Nerv raubte. So viel Unvermögen deutete für die Gastgeber nur auf eine Zielankunft am Ende der Saison hin: den Abstieg.