Ohne auch nur einen Schwachpunkt in der Abwehr aufweisend, hielt der 1. FCN die Bremer Angriffsreihe von Beginn an gut in Schach. Die Feldüberlegenheit des Clubs resultierte zudem aus einer tadellos agierenden Verbinderachse, die rechts (Gettinger/Morlock) und links (Reisch/Müller) unaufhörlich zur Offensive trieb. Da Werder allerdings tief stand und kompakt verteidigte, mussten die Zuschauer bis zur 41. Minute warten, ehe Müller nach einer Schmidt-Ecke und der Kopfball-Weiterleitung von Gettinger zum 1:0 abstaubte. Eine Vorentscheidung bedeutete bereits das 2:0 durch Morlock kurz vor dem Halbzeitpfiff, der einen Abpraller nach einem Gettinger-Geschoss verwertete.
Die Gäste kamen mit einer Alles-oder-Nichts-Devise aus der Kabine, zu der sich vor allem die druckvollen Läufer Lorenz und Schütz aufrafften. Da Hänel und Ferner jedoch klar abfielen und im Sturm nur der wendige Klöckner ab und an Gefahr ausstrahlte, fehlte es den Bremern an zwingenden Torchancen, zumal spätestens beim gut mitspielenden Wabra Endstation war. Davor erwies sich Stopper Wenauer als umsichtiger Abwehrorganisator, so dass aus den abgefangenen Bällen immer wieder gefährliche Club-Konter entstanden. Das 3:0 durch Strehl, dem das Leder nach einer Bordel-Rettungstat auf der Torlinie vor die Füße fiel und der dann nicht lange fackelte, entsprach zwar nicht dem optischen Eindruck der zweiten Hälfte, unterstrich jedoch die mentale Stärke der Widmayer-Elf.