Ohne Burgsmüller, Wosab und Brungs waren die Dortmunder vor den zuletzt erstarkten Badenern gewarnt. Nach vier Minuten hatte Geisert die erste Möglichkeit für die Gäste nur ein Warnschuss. Cyliax, nach längerer Pause wieder aufgeboten, visierte auf der Gegenseite den Pfosten an und Konietzka scheiterte zwei Mal an Torwart Paul (15. und 20.). Der Favorit schien sich also doch zu behaupten. Doch der Ball lief nicht flüssig durch die BVB-Reihen, denn die Läufer Kurrat und Sturm spielten katastrophal, weil ihre Pässe kaum einen Mannschaftskameraden fanden. Nach einer Möglichkeit für die ballsicheren Karlsruher durch Metzger (27., Tilkowski wehrte ab) fiel plötzlich die überraschende Borussen-Führung durch einen von Witlatschil (bester KSC-Mann) abgefälschten, an sich harmlosen Rylewicz-Schuss (28.). Fünf Minuten später bereits der Ausgleich. Spielgestalter Stark hatte aus zehn Metern getroffen: Wo war Kurrat? Ein weiteres kurioses Tor brachte die Gastgeber erneut glücklich in Front. Cyliax verwandelte einen Eckball direkt (genauer: er prallte von Paul ins Netz), als Konietzka dem Schlussmann die Sicht nahm (38.). Unverständlicherweise spielten die starken KSC-Läufer vor der Pause zu defensiv und überquerten die Mittellinie kaum. So fehlte dem Angriff der Gäste oft die nötige Unterstützung bzw. Ballzufuhr.
Kaum kam die Sommerlatt-Elf nach dem Seitenwechsel wieder gut ins Spiel, fiel der dritte Gegentreffer nach einer schönen Einzelleistung von Rylewicz, der mit seinem satten Sonntagsschuss von der Strafraumgrenze aus ins lange Eck traf (48.). Mit einem Pfostenschuss Emmerichs war die glücklichste Zeit der Dortmunder beendet (51.). Nun spielte nur noch der KSC. Witlatschil ließ nichts mehr anbrennen und Wischnowsky sowie Marx wurden endlich offensiver. Geisert und Stark schickten ihre schnellen Außen Metzger und Kentschke immer öfter gekonnt "auf die Reise" und Wild entzog sich geschickt Stopper Paul. Dortmund stand nun zwangsläufig ganz tief, denn an Entlastungsangriffe war bei dem schwachen Mittelfeld kaum mehr zu denken. Stark knallte den Ball in der 67. Minute noch einmal an die Latte, doch zwei Minuten später hatte Kentschke mehr Glück, denn sein 16-Meter-Schuss sprang vom Innenpfosten ins Tor. Ohne ihren erstklassigen Keeper Tilkowski wären die Borussen in der Schlussphase nicht mit dem schmeichelhaften Sieg durchs Ziel gekommen. Als Paul dann auch noch den fleißigen Stark von den Füßen holte, schienen die Karlsruher endlich den Lohn für ihre Bemühungen einzufahren. Doch nach einem Blick zu seinem Linienrichter, der abwinkte, blieb auch die Pfeife von Schiedsrichter Sturm still. Damit war den Badenern die letzte große Ausgleichschance genommen: Dusel-Sieg für die Borussen.