Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1. FC Nürnberg - 1. FC Saarbrücken

Spielkultur? - nur beim zweiten Tor

Beim zweiten Tor zur Stelle - ansonsten immerhin Mittelmaß: Tasso WildBeim zweiten Tor zur Stelle - ansonsten immerhin Mittelmaß: Tasso Wild

Der Club war inzwischen nicht mehr mit dem Team vergleichbar, dass sich in der Vorrunde mit 0:8 Punkten und 2:16 Toren vom damaligen Hurra-Fußball (und Trainer Widmaier) verabschiedete. Inzwischen vom Übungsleiter Csaknady zu einem Defensiv-Team umgeformt, blieben die Unterhaltungselemente der zigmaligen Meisters auf der Strecke. Effektiver Zweckfußball war angesagt. Gegen den Tabellenletzten mussten zudem, koste es was es wolle, zwei Punkte her, um den Anschluss ans Mittelfeld zu wahren. In der 13. Minute setzte Strehl mit einem Kopfstoß an die Latte nach einem Albrecht-Eckball ein erstes Zeichen. Saarbrücken tauchte nur ganz selten vor dem Tor von Wabra auf, denn von der Leistung in Köln war nichts mehr übrig geblieben. Zu behäbig entwickelte sich ihr Spiel, so dass sich der Gegner seelenruhig auf die "Angriffe" einstellen konnte. Einmal war Vollmar in Schussposition, doch es wurde nur ein "Schüsschen". Nach dem 1:0 in der 28. Minute durch einen Handelfmeter von Strehl (Müller hatte zwar ein Tor erzielt, doch der Pfiff gegen Steinmanns Handspiel war vorher), hatte der Club noch weniger Gründe, die totale Offensive zu suchen. Zudem misslang das mögliche 2:0 durch Wild in dessen Eins-zu-Eins-Situation gegen Danner vor der Pause (31.).

Eine erste Chance nach der Pause hatte der beste Gäste-Stürmer Krafczyk nach dem Kabinengang auf der Sohle, doch er zog knapp über den Club-Kasten (51.). Lange Zeit dümpelte das Spiel ereignislos vor sich hin, denn nur wenige Spieler erreichten Bundesligaformat. Bei Nürnberg waren dies Derbfuß, Reisch und mit Abstrichen Wild, während sich beim FCS nur Steinmann und besagter Krafczyk abhoben. Die einzige wirklich gute Kombination setzte zugleich den kreativen Schlusspunkt dieser (miserablen) Partie. Wild, halbrechts vorpreschend, setzte Reisch auf Linksaußen ein, machte sich ins Sturmzentrum auf und köpfte dort die gut getimte Flanke seines Spielmachers zum 2:0 ein (72.). Den Gästen fehlten danach die Mittel, eine etwaige Wende anzugehen. Der Club schaffte diesen Vorsprung auch ohne große Spielkultur über die Zeit.

Spielstatistik 1. FC Nürnberg - 1. FC Saarbrücken

1. FC Nürnberg

-

1. FC Saarbrücken

2:0 (1:0)

Bundesliga 1963/1964, 20. Spieltag
15.02.1964, 15:30 Uhr
18.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Karl Niemeyer (Bad Godesberg)
Tore
1:0 Heinz Strehl 28. (Handelfmeter, Steinmann)
2:0 Tasso Wild 72. (Kopfball, Reisch)