Münsters Taktik in München war weder neu noch revolutionär. Mittelstürmer Wenzel kümmerte sich um Kraus; Voß betätigte sich als Schatten von Brunnenmeier und Bockisch putzte aus. Drewes und Lunkwitz kurbelten aus dem hinteren Mittelfeld an und das Duo Pohlschmidt/Bente setzte die Außen in Szene. Optimal setzten die Preußen ihre Taktik in der 35. Minute um, als Lulka Steiner austrickste und Pohlschmidt in der Mitte zum 1:0 für die Gäste vollendete. Nicht, dass sich die Löwen im ersten Durchgang zurückhielten. Ihnen fehlte es in der Spitze aber an der nötigen Durchschlagskraft, denn Luttrop, Kohlars und Küppers bedienten Kraus, Brunnenmeier und Heiß zwar genügend, doch denen fehlte es vor der Pause an der bahnbrechenden Toridee. Münchens Abwehr hatte dagegen Schwerstarbeit zu leisten. Hierbei stellte sich Humpa als Achillesverse heraus, doch der großartige Wagner war immer wieder zur Stelle, wenn es galt die Feuerwehr zu spielen. Die Führung der modern angreifenden Münsteraner zur Halbzeit ging in Ordnung.
Mit frischem Elan kehrten die Sechziger aus der Kabine zurück. Ein Fallrückzieher von Brunnenmeier, den Lunkwitz von der Torlinie köpfte (48.), läutete die Drangphase der Gastgeber spektakulär ein. Drei Minuten später zirkelte Küppers einen Freistoß vor das Preußen-Tor und Luttrop köpfte wuchtig ein. Ähnlich die Situation in der 60. Spielminute: Wieder eine Küppers-Freistoß-Vorlage in den Strafraum, die Kohlars verpasste, aber Brunnenmeier zum 2:1 für die Löwen verwertete. 1860 verlor etwas an Angriffswucht, als Brunnenmeier ab der 65. Minute nach einem Zusammenprall für zwölf Minuten am Auge behandelt werden musste. In dieser Zeit hatte Rummel nach einer Bente-Vorlage die größte Ausgleichschance für den Abstiegskandidaten (74.). Mit der Rückkehr Brunnenmeiers lagen die Vorteile dann wieder eindeutig bei den Gastgebern. Der Löwen-Mittelstürmer war es dann auch, der beim spielentscheidenden Treffer gemeinsam mit Kraus durch die Preußen-Deckung brach, rechtzeitig auf seinen parallel mitlaufenden Rechtsaußen ablegte. Schon zappelte das 3:1 im Netz der Westfalen (81.). Drei Minuten vor Schluss schied Küppers nach einem Drewes-Foul verletzt aus. Eine letzte Möglichkeit zur Resultatsveränderung für Kohlars endete im Toraus, doch ein 4:1 wäre des Guten zuviel gewesen.