Bundesliga

Spieltag

Spielbericht MSV Duisburg - 1. FC Köln

Eine gewisse Vorentscheidung

Nicht nur in der Schlussphase bewies er seine große Klasse: Manfred ManglitzNicht nur in der Schlussphase bewies er seine große Klasse: Manfred Manglitz

Besser hätten das Spitzenspiel für den Verfolger vor vollem Haus kaum starten können. Zuerst wurde ein Krämer-Effet-Schuss aus 25 Metern abgefälscht und landete im Kölner Tor (3.). Eine Minute später fegte Rahn die Kugel knapp übers Tor. Der MSV fuhr weitere verheißungsvolle Angriffsattacken und ließ den Tabellenführer kaum zur Entfaltung kommen. In der 17. Minute nahm Wilden die Hand zu Hilfe, als Krämer eine scharfe Flanke vor das FC-Tor zog. Nolden täuschte Ewert beim Elfer und der Verfolger führte 2:0. Damit war die Voraussetzung für den MSV ideal, den bewährten Riegel aufzubauen - also Nolden und Lotz in die Abwehr zurückzuziehen - und die Kölner Gegenangriffe abprallen zu lassen. Im ersten Durchgang sollte die Rechnung mit kleinen Einschränkungen auch aufgehen. Köln griff also verstärkt an: Overath wurde noch von Müller abgeblockt (27.), doch Sturm konnte von Sabath nur mit einem Foul gebremst werden. Der Gefoulte scheiterte aber am vorzüglichen Manglitz (36.). Die Wende deutete sich jedoch auch aus anderen Gründen an. Hemmersbach steigerte sich immer besser in die Sonderbewachung Krämers hinein; Rahn kam kaum mehr am großartigen Regh vorbei und Versteeg hatte eh wenig Entfaltungsraum gegen Wilden.

Mit ihrem druckvollen, technisch gekonnten Angriffsspiel setzten die Gäste den MSV immer stärker unter Druck. Entlastung fiel aus o.a. Gründen nahezu aus. Thielen, Weber und Overath wurden immer stärker und die Abwehrspieler stürmten kräftig mit. So verfehlte Pott den MSV-Kasten zwar mit einem Schuss in den Nachmittagshimmel, doch die akuten Strafraumszenen häuften sich. Benthaus leitete den ersten FC-Treffer aus dem Mittelfeld ein, gab auf Pott, dessen Pass Schäfer instinktiv übersprang, so dass Sturm plötzlich sechs Meter vor dem Tor frei war und einschoss (62.). Sechs Minuten später war der Ausgleich durch einen Flachschuss Webers Realität. Wieder hatte Benthaus eingeleitet. Overath schwang sich nun zum großen Spielgestalter auf, während sich sein MSV-Pendant Krämer in einem Zweikampf mit Hemmersbach verletzte (70.) und das Feld verlassen musste. In der Schlussphase taumelten die Meidericher gehörig, hatten aber immer noch einen phantastisch reagierenden Manglitz in der Kiste stehen und "fliegen", der sich nicht mehr überwinden ließ ­ trotz eines Dauerbombardements. Zuletzt waren die Gastgeber über den Punktgewinn heilfroh. Aber auch die Kölner konnten zufrieden sein, denn sie hatten den Abstand auf ihren ärgsten Verfolger stabilisiert und eine gewisse Vorentscheidung auf die Meisterschaft erspielt.

Die Spielstatistik MSV Duisburg - 1. FC Köln

Meidericher SV

-

1. FC Köln

2:2 (2:0)

Bundesliga 1963/1964, 24. Spieltag
14.03.1964, 16:30 Uhr
44.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Günter Sparing (Kassel)
Tore
1:0 Werner Krämer 3.
2:0 Ludwig Nolden 17. (Handelfmeter, Wilden)
2:1 Hans Sturm 62. (Pott)
2:2 Wolfgang Weber 68. (Overath)
Besondere Vorkommnisse: Sturm verschießt Foulelfmeter (36., Sabath an Sturm) - Manglitz hält