10:6 Eckbälle und über weite Strecken gleichwertig - aber 0:7 Tore? Werders Abschlussbilanz ihres Auftritts bei der Frankfurter Eintracht mutete gewiss kurios an. Was war geschehen? Die Gastgeber legten furios los und lagen nach sieben Spielminuten 2:0 in Führung. Nach herrlichem Doppelpass mit Schämer schoss Huberts nach vier Minuten erstmals ins Bremer Tornetz. Beim 2:0 half Jagielski-Ersatz Schütz tatkräftig mit, ließ Stein bei einem Trimhold-Steilpass allein auf und davon ziehen, dem dieses Tor das nötige Selbstvertrauen gab (7.), denn eigentlich fehlte dem Mittelstürmer Spielpraxis, und er war erst kurz vor dem Spiel nominiert worden, da Horn verletzt ausfiel war. Nach diesen beiden Treffern dominierten allerdings die Bremer. Besonders Läufer Lorenz trieb unermüdlich an, passte klug auf seine Außen, gab mehrere Distanzschüsse ab und war schlichtweg der überragende Mann auf dem Platz. Doch seine Stürmer versagten kläglich (z.B. Soya, 13. und Thun, 22.) oder Torwart Loy parierte prächtig. Leider versäumten es die Mitspieler von Lorenz, die Abwehrlücken, die bei seinen Offensivaktionen entstanden, entsprechend auszufüllen.
Mit einem Doppelschlag meldete sich Frankfurt nach der Pause zurück. Zuerst umkurvte Stein die langsamen Recken Schütz und Schimeczek wie Slalomstangen und schoss ein (54.). Dann verlängerte der Mittelstürmer per Kopf eine Lindner-Vorlage auf Huberts, der unbedrängt einnickte (55.). Nun ließ Werder Abwehr erst recht Abwehr sein und stürmte mit allem, was Beine hatte. Dieses Kamikaze-Gebaren kam der Eintracht ganz recht, denn mit steilen Pässen konterten die Gastgeber die entblößte SVW-Deckung klassisch aus: Huberts schickte Stein: 5:0 ins lange Eck (66.). Nach einem Foul an Stein schoss Huberts den fälligen Elfer zum 6:0 ein (86.) und auch das 7:0 erzielte der Österreicher eine Minute später, als er erneut von Stein eingesetzt wurde, den desolaten Schütz umspielte und traf. Werder lief der Eintracht also zigfach ins offene Messer, wobei sich Torwart Bernard und Mittelläufer Schütz als größte Unsicherheitsfaktoren erwiesen. Und Lorenz? Sein überragendes Mittelfeldspiel wurde nur von einer "unwesentlichen" Tatsache getrübt: Sein Gegenspieler Huberts schoss vier Tore...