Obwohl der Wettergott den Akteuren (und Zuschauern) einiges abverlangte - nach dem Dauerregen folgten 30 Minuten Schneetreiben - entwickelte sich ein überdurchschnittliches Bundesligaspiel. Bereits nach sechs Minuten schoss der beste Mann auf dem Platz - HSV-Mittelläufer Willi Giesemann - aus 30 Metern an die Oberkante der Latte. Doch auch die Kölner hielten sich keineswegs zurück. Kurbjuhn musste in der zehnten Minute einen Weber-Kopfball von der Torlinie kratzen. Doch die Hamburger Abwehr stand insgesamt sicher. Krug verrichtete erfolgreiche Schwerstarbeit gegen Hornig und Overath; Bähre engte Overaths Kreise ein und Dieter Seeler lieferte sich packende Duelle im Mittelfeld mit Spielmacher Schäfer. Im Angriff konnte Reuter Gert Dörfel zwar nicht gleichwertig ersetzen, hatte aber einige gute Szenen. Auch Boyens und Vogler rissen die linke Abwehrseite der Kölner immer mal wieder auf. Uwe Seeler hatte dagegen in Wilden eine kaum zu überwindende Hürde vor sich. Nur in der 24. Minute setzte sich Uwe gegen zwei Gegenspieler durch, scheiterte aber am aufmerksamen Ewert. Ein Foul von Regh an Vogler wurde trotz Kölner Proteste mit einem Strafstoß geahndet, den Kreuz - Ewert täuschend - sicher verwandelte (41.).
Der HSV verstand es auch nach der Pause, seine Feldvorteile zu bewahren, denn der erwartete Kölner Ansturm blieb aus. Zwar spielten die Domstädter auch in Hamburg einen ansehnlichen Fußball, doch im Angriff wurde der gefährliche Mittelstürmer Müller arg vermisst, den der junge Weber - als ausgebildeter Abwehrspieler - nicht zu ersetzen vermochte. Torchancen für den HSV hatten nach dem Seitenwechsel vor allem Bähre, Boyens und Vogler, doch es fehlte im Abschluss das Quäntchen Glück, aber auch in manchen Szenen die Konzentration vor dem von Ewert gut gehütetem Tor. In der Schlussphase ließen die Kräfte der Hamburger indes etwas nach, so dass Benthaus und Schäfer die Mittelfeldregie übernahmen. Sieben Minuten vor dem Abpfiff war auch eine Flanke von Benthaus der Auslöser des 1:1 durch Weber, das aus Hamburger Sicht allerdings vermeidbar erschien. Letztlich waren die Hamburger jedoch glücklich, ihren Heimnimbus gegen den Tabellenführer erhalten zu haben und die Kölner durften über das spät gesicherte Remis ähnlich zufrieden gewesen sein.