Zwei der besten Rückrundenteams zeigten den knapp 40.000 Besuchern ein vor allem im zweiten Durchgang packendes Match. Doch auch vor der Pause gab es einige Szenen vor beiden Toren, die für das nötige Kribbeln sorgten. Zuerst rettete Stopper Landerer nach einer gefährlichen Brunnenmeier-Flanke per Flugkopfball (5.); ein Handspiel Steins verhinderte dessen gute Einschussmöglichkeit (18.) und Schämer scheiterte kurz vor der Pause an Radenkovic. 1860 hatte optisch mehr vom Spiel, musste jedoch im Sturm mit der Tatsache klarkommen, dass die Außen Kraus und Heiß einen unbefriedigenden Tag erwischt hatten. Berti Kraus bekam keinen Stich gegen Höfer und Heiß zog zu oft nach innen, verhaspelte sich dann regelmäßig. Da auch Brunnenmeier seinem Schatten Landerer kaum entrann und wenig Gefahr ausstrahlte, verblieb der technisch elegante Grosser, der aber nicht der große Reißer in vorderster Front sein konnte.
Anders die Frankfurter. Helmut Kraus, ebenfalls Rechtsaußen wie sein Namensvetter von 1860, musste zwar nach gut zehn Minuten mit einer Kopfverletzung ebenso lange behandelt werden, war aber dann mit Turban - ein ständiger Unruheherd am rechten Flügel. Auch die anderen Stürmer profitierten von dem gekonnten Aufbauspiel der überragenden Eintracht-Läuferreihe, bei denen Lindner und Stinka unermüdlich nach vorne schafften und gemeinsam mit Huberts die flexiblen Spitzen einsetzten. Beim 1:0 der Gäste kam Kraus nach einem Huberts-Pass kurz vor dem etwas zögerlichen Radenkovic ans Leder und traf (50.). Die Vorzeichen waren nun umgekehrt: Frankfurt stürmte, wollte sogleich nachlegen. Die Löwen konterten allerdings geschickt und waren prompt drei Minuten nach der Führung erfolgreich. Kraus hatte geflankt, Grosser die Kugel mit der Brust gestoppt und den starken Loy aus kurzer Entfernung überwunden (53.). Im letzten Spielabschnitt hatten beide Teams ausreichend Tormöglichkeiten, denn nun wurde mit viel Risiko beidseitig die Siegeschance angestrebt. Teilweise wankten die Abwehrreihen, doch die Torhüter nicht, die sich bei Schüssen von Brunnenmeier und Schämer u.a. bewährten. Es blieb somit bei einem Remis, mit dem beide Teams letztlich zufrieden sein durften ebenso die Zuschauer.