Als in einer bis dahin geradezu langweiligen Partie nach 35 Minuten das erste Tor durch den in Glanzform auftretenden Dehn fiel, dachte wohl kaum ein Zuschauer an weitere neun Treffer, die noch fallen sollten. Kaiserslautern hatte mit Kostrewa und Neumann ein Doppelstopperpaar installiert, dass sich über eine halbe Stunde lang nicht aus dem Konzept bringen ließ, obwohl Uwe Seeler zu mehreren Schussversuchen ansetzte. Auch nach dem Rückstand, der bis zur 50. Minute Bestand hatte, wackelte die Pfälzer Deckung kaum, die durch den Halbrechten Wrenger, dem besten Gästespieler, tatkräftig unterstützt wurde. Der HSV hatte Kurbjuhn auf den Linksaußenposten für den verletzten Gert Dörfel gestellt, doch der etatmäßige Linksverteidiger sah gegen Kiefaber kein Land und wurde nach der Pause wieder auf seine Stammposition versetzt.
Fünf Minuten waren nach dem Wiederanpfiff gespielt, als drei Tore innerhalb von drei Minuten die Sachlage schlagartig veränderten. Wrenger (50.), Dehn (51.) und Richter (52.) stellten den 2:2-Zwischenstand her. Unterdessen war Dehn nicht nur aufgrund seiner beiden Tore zum Spieler des Tages avanciert. Der vor allem über den linken Flügel die Angriffe leitende Verbinder versorgte den HSV-Angriff laufend mit präzisen Kurzpässen oder gut gezirkelten Flanken, die vor allem Uwe Seeler erreichten. Der HSV-Mittelstürmer verwandelte in großartiger Manier zwei Dehn-Vorlagen in den Minuten 69 und 78 per Kopf zu einem 4:2-Vorsprung. Meier brachte die nie aufsteckenden Gäste zwar noch einmal auf 3:4 heran (85.), doch in den Schlussminuten brach die Lauterer Deckung völlig auseinander, als versucht wurde, mit dem gesamten Personal plus Brechstange das 4:4 zu erzielen. Die Hamburger konterten im Minutentakt in das "offene Scheunentor" des FCK hinein und legten den verdutzten Gästen weitere drei Buden durch Uwe Seeler (86.), Kreuz (88.) und Boyens (89.) ins Netz. Hamburgs Zuschauer waren zwar begeistert, doch das Endergebnis stand in keinem Verhältnis zu den beidseitig gezeigten Leistungen, denn Kaiserslautern war über 80 Minuten zumindest gleichwertig.