Über lange Strecken der Saison war das Berliner Team nach frühen Rückständen so verunsichert, dass es selten gelang, ein Spiel danach noch zu wenden. Als 1860 München im Olympiastadion durch einen von Eder abgefälschten 25-Meter-Freistoß bereits nach drei Spielminuten in Führung ging, war Hertha keineswegs geschockt. Frisch stürmte die in den letzten recht erfolgreichen Wochen gewachsene Mannschaft drauflos, ohne allerdings - wie in schlechteren Zeiten - die Abwehr zu vernachlässigen. Dort hatte Eder gegen den beweglichen Brunnenmeier zwar immer wieder das Nachsehen, doch der allgegenwärtige, kampf- und spielstarke Groß, der souveräne Klimaschefski, der geschickte Schimmöller und der Kämpfer Rehhagel sprangen gern und erfolgreich in die Bresche. Mehr noch war allerdings die Offensive gefragt, und nachdem Radenkovic schon einige Male sein besonderes Können hatte zeigen müssen, war es Rechtsaußen Rühl, der nach einem Alleingang und platziertem Abschluss den Ausgleich heranschaffte (23.). Weitere gute Möglichkeiten machte Radenkovic zunichte, wobei der 60er-Keeper bei einem Lattenkracher von Altendorff auch das nötige Quäntchen Glück besaß.
Die Löwen waren im Angriff harmlos. Auernhammer und Kraus kamen gegen die Berliner Verteidiger nicht zurande; Grosser verstand es nicht, an seiner Leistung der Vorwoche anzuknüpfen und nur der fleißige Kohlars schaffte mit Brunnenmeier ab und an Entlastung. Doch der Berliner Druck ließ auch im zweiten Durchgang kaum nach. Ein erlösender Jubel erfasste die 55.000 Besucher, als Altendorff erneut seine ganze Schusskraft in einen Hammer legte, der für Radenkovic unerreichbar einschlug (59.). Immer wieder Radenkovic - der mindestens ein 5:1, 6:1 oder gar 7:1 verhinderte, weil er an diesem Tag so manchen "Unhaltbaren" meisterte. Als Steinert in der 81. Minute jedoch allein vor ihm stand, konnte er das 3:1 nicht verhindern. An diesem Tag hatten die Löwen nichts mehr zuzulegen, während die Berliner nach der Lautsprecherdurchsage über das Bremer Spiel in unbeschreiblichen Jubel verfielen, denn der Klassenerhalt war damit in trockenen Tüchern.