Zwei dicke Chancen für die Löwen eröffneten das Match. Kohlars vergab Sekunden nach dem Anstoß zwar noch, doch als Heiß den Ball bei einem Pressschlag glücklich in Richtung des heranfliegenden Luttrop verlängerte, stand es 1:0 für die Gastgeber, denn der Linke Läufer köpfte unhaltbar ein (3.).
Das Spiel der Sechziger lief nicht indes überhaupt nicht rund, denn außer Oldie Auernhammer, der sich zum sicheren Ballverteiler erhob und Luttrop, dessen Kraftfußball manche Breschen schlug, waren die Löwen zahm und harmlos. Wenn nicht die unvermeidlichen Show-Einlagen von Radenkovic ab und an für Unterhaltung gesorgt hätten (einmal tigerte er gar 20 Meter hinter der Mittellinie in Bremens Hälfte herum), wäre das Spiel zum Gähnen gewesen. Kamen die überlegenen Münchener dann doch einmal zum Abschluss, zeigte sich der heute fehlerlose Bernard auf dem Posten. Bremen blieb in der Abwehr unstet, im Angriff durchsichtig, hatte aber Glück, als Radenkovic eine Flanke nicht in den Griff bekam und Thun abstaubte (45.).
Auch die zweite Hälfte bot schwachen Sommerfußball. Trotzdem fielen Tore; allerdings mehr aufgrund von Unzulänglichkeiten, als dass feine Leistungen dafür verantwortlich waren. Das 2:1 durch Brunnenmeier nach einer Kopfballstafette von Kohlars und Luttrop schoss Brunnenmeier aus stark abseitsverdächtiger Position (55.). In den nächsten zwanzig Minuten lief die Partie wieder einseitig Richtung Werder-Tor, doch Bernard war nicht zu überwinden. Ein seltener Konter der Gäste führte überraschend zum erneuten Ausgleich. Soyas Pfostenschuss staubte wiederholt Thun im Nachschuss ab (77.). Zwei Minuten später große Aufregung: Auernhammer war in die "Zange" genommen worden und erhielt einen Strafstoß - trotz heftiger Bremer Proteste. Brunnenmeier machte seinen zweiten Treffer (79.) - auch wenn der nach vorne geeilte Radenkovic gern den Elfer geschossen hätte. Ein drittes Ausgleichstor bekamen die ausgelaugten Bremer nicht mehr auf die Reihe, so dass es beim 3:2 blieb.