Die Nürnberger hatten sich nach dem Trainerwechsel im Laufe der Saison regelmäßig auf eine eiserne Defensivtaktik festgelegt, wenn es gegen sogenannte "Große" ging. So auch in Hamburg, indem Halbstürmer Müller in die Läuferreihe zurückgezogen wurde, Billmann die Manndeckung Uwe Seelers übernahm und Leupold den "Freien Mann" spielte. Die beabsichtigten Konter des Clubs waren in den ersten Minuten bereits recht wirkungsvoll. Nachdem Albrecht im direkten Duell gegen Torhüter Schnoor noch den Kürzeren zog, gelang Wild nach einem Pass von Strehl in die Gasse nach zehn Minuten der Führungstreffer. Albrecht hatte zudem in der 23. Minute das 2:0 der Gäste auf dem Fuß, verschoss jedoch nach einem erneuten Stehl-Zuspiel. Der HSV brauchte eine lange Anlaufzeit, doch als Uwe Seeler erstmals frei zum Schuss kam traf er in den Torwinkel des chancenlosen Wabra (31.).
Vor und nach der Pause gab es beidseitig genügend Torszenen und insgesamt 14 Eckbälle. Dabei rettete Krug in der 38. Minute per Kopfball auf der Torlinie, doch als Giesemann unglücklich über den Ball schlug, war Morlock zur Stelle und brachte Nürnberg erneut in Front (54.). Da Dehn indes im Gegenzug umgehend der erneute Ausgleich glückte, bekamen die Hamburger noch einmal Oberwasser und bestimmten die Partie in der letzten halben Stunde eindeutig. Im Ausnutzen der Torchancen versagten die Stürmer des Gastgebers allerdings krass, denn Kreuz, Dieter Seeler und Gert Dörfel (mit Pfostenschuss) vergaben echte Hochkaräter. Nürnberg hatte mit Wabra seinen besten Mann zwischen den Pfosten stehen, während der HSV in Schnoor, Kurbjuhn, Uwe Seeler und dem wiedergenesenen Gert Dörfel seine besseren, wenn auch keineswegs überragenden Akteure aufwies. Durch die gute Abwehrarbeit und die meist gefährlichen Gegenstöße verdiente sich der Club den Punktgewinn.