Wie die Feuerwehr legten die Schwaben nach dem Anpfiff los und schienen die überraschten Westfalen an die Wand fahren zu wollen. Zuerst donnerte Sieloff aus 25 Metern einen Freistoß an dem verblüfften Eiteljörge vorbei ins Netz (6.). Entenmann, Pfisterer und Geiger trieben ihre Kameraden auch danach zu weiteren Taten an. Der Stuttgarter Mittelstürmer war es auch, der sich einmal mehr von Bockisch absetzte und nach einer feinen Einzelleistung zum 2:0 traf. Beim nächsten Angriff hämmerte Geiger das Spielgerät nur an die Querlatte. Statt des 3:0 für die Gäste nahm sich auf der Gegenseite der dribbel- und kampfstarke Lulka ein Herz und blies zur unmittelbar kaum möglich gehaltenen Gegenattacke. Sein 1:2-Treffer (16.) kam gerade rechtzeitig, denn danach besannen sich die Preußen endlich auch auf ihre Stärken, markierten Geiger enger und nahmen im Mittelfeld den Kampf auf. Die Partie wog im weiteren Verlauf vor der Pause auf und nieder, hin und her. Unzählige teils verbissen geführte Zweikämpfe und das hohe Tempo verlangten den Akteuren alles ab.
Die Stuttgarter schienen im ersten Durchgang den größeren Substanzverlust erlitten zu haben. Jedenfalls beherrschten nach dem Seitenwechsel Drewes und Lunkwitz das Mittelfeld. Dazu rissen Kiß, Rummel und Lulka eine Lücke nach der anderen ins VfB-Abwehrgefüge, das vor allem über die Außenverteidiger Eisele und Seibold Schwächen offenbarte. Innerhalb von elf Minuten drehten die entfesselten Münsteraner die inzwischen einseitig aufs Sawitzki-Tor zurollende Partie. Kiß (57. und 68.) sowie Lunkwitz (60.) schnürten einen den VfB zermürbenden Dreierpack zusammen, der das Ergebnis auf 4:2 für die Preußen hochfuhr. Die Schwaben bekamen zwar in der Schlussphase noch einmal etwas Oberwasser, doch mittlerweile stand die Deckung der Gastgeber stabil und ließ sich von den kraftloser werdenden VfB-Offensivbemühungen nicht mehr irritieren. Ein verrückter Spielverlauf.