Eine gute halbe Stunde lang verstanden es die Münchener, die Partie offen zu gestalten. Mit der verletzungsbedingten Reduzierung Stemmers auf eine Statistenrolle am linken Flügel (35.) veränderte sich die Sachlage für die Gäste dann zum Nachteil. Zwar hatten die Meidericher - wieder im 4-2-4-System mit Doppelstopper (Danzberg/Preuß) angetreten - zuvor bereits eine Reihe von guten Tormöglichkeiten herausgespielt, doch den fang- und reaktionssicheren Radenkovic überwanden die Zebras (im komplett roten Outfit) bis dato nicht. Mit Lotz als defensiven Abräumer vor der Viererkette und Krämer als Kreativpol hinter den Spitzen hatte der MSV schon früh die Vorherrschaft im Mittelfeld gewonnen, während sich die 60er Küppers und Rebele auf der Gegenseite kaum durchzusetzen vermochten. Das 1:0 durch Kubek nach feiner Krämer-Vorarbeit fiel nur kurz nach Stemmers Missgeschick und entsprach den aktuellen Kräfteverhältnissen (41.).
Personell im Vorteil beherrschten die Gastgeber auch nach dem Wechsel die Szenerie, hatten aber beim 2:0 Glück, als Radenkovic und Kubek zusammenstießen und der Schiedsrichter weiterspielen ließ. Krämer nutzte die Verwirrung eiskalt aus (65.). Danach zogen sich die Meidericher in ihren "Schweizer Riegel" zurück und überließen den dezimierten Löwen das Mittelfeld. Die wenigen Möglichkeiten zum Anschlusstor landeten allerdings spätestens in den Fängen oder auf den Fäusten des immer präsenten Manglitz. Ein Konter in der 83. Minute vollendete der Rahn-Ersatz Kubek zu seinem zweiten Treffer. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits entschieden.