Keine 40 Sekunden waren vergangen, da musste Club-Keeper Wabra erstmals zähneknirschend den Ball aus dem Netz holen. Brunnenmeier hatte nahezu von der Eckfahne abgezogen und ins kurze Eck getroffen: glatter Torwartfehler. Doch das 1860-Pulver schien damit vorerst verschossen zu sein, denn in den nächsten zwanzig Minuten bestimmten die Gäste die Begegnung. Der junge Stemmer-Ersatz Reich zeigte in dieser Phase noch einige Schwächen, doch seine Nebenleute und Radenkovic im Tor waren dafür umso aufmerksamer. Vor allem im Nürnberger Flügelspiel haperte es, denn Dachlauer und Wild standen gegen Wagner und Steiner auf verlorenem Posten. Spätestens mit dem 2:0 - Brunnenmeier traf aus 16 Metern, wobei Wabra unvorteilhaft ausglitt - war die Herrlichkeit der Gäste vorbei. In der 37. Minute verletzte sich Wabra am Daumen und Ferschl zog den Torwartpulli über, während sich der Club-Keeper als Linksaußen versuchte. Obgleich Ferschl seine Sache nicht schlecht machte, hatte er in der 43. Minute gegen den Kohlars-Kopfball nach Zeiser-Vorlage keine Chance.
Mit einem weiteren Doppelschlag schraubten die furios angreifenden Sechziger nach der Pause das Ergebnis auf 5:0 hoch. Zuerst war Kohlars per Volleyschuss erfolgreich (46.), dann traf Brunnenmeier aus 25 Metern (55.). Beide Tore waren für Ferschl unhaltbar. 1860 machte gegen den Club sein bis dato bestes Saisonspiel, weil vor allem der Angriff zauberhaft kombinierte (Ausnahme: Heiß) und sich die Abwehr nach leichten Anfangsproblemen bestens auf den Club-Sturm einstellte. Auch im Mittelfeld behielten Zeiser, Luttrop, Küppers und Grosser eindeutig die Oberhand. Trotz des 5:0-Sieges vergaben die Löwen noch einige Hochkaräter ein 8:0 und höher war möglich. So hatte Grosser in der Schlussphase Pech mit einem Pfostenschuss. Beim Club konnte nur Strehl überzeugen, doch, ohne die Unterstützung seiner Mitspieler, dribbelte er als Einzelkämpfer letztlich auf verlorenem Posten.