Fast 80 Minuten rannte der Club verzweifelt und ideenlos gegen den Neunkircher Riegel an, ehe Strehl die entscheidende Lücke fand.
Harig und Glod liefen zwar mit den Rücknummern 10 und 11 auf, doch tatsächlich verstärkten sie über die gesamte Spielzeit die Abwehr des Aufsteigers. Somit sahen sich die Nürnberger einer geballten Defensiv-Formation ausgesetzt, an der sich das Team lange Zeit die Zähne ausbiss. Mit den verletzten Ringel und Kuntz fehlten den Borussen schließlich zwei wichtige Kreativkräfte in der Offensive und ein Punktgewinn erschien als einzig machbares Ziel möglich. Dass die Saarländer dennoch die besseren Torchancen erspielten, lag an der Durchschlagskraft des verbliebenen Sturm-Trios May, Pidancet und, mit Abstrichen, Heiden. May (15.), Pidancet (18.) und nochmals May, der einen Freistoß an die Unterkante der Latte jagte (25.), hatten den Führungstreffer noch vor der Pause auf dem Fuß. Nürnberg spielte zwar überlegen, doch viel zu durchsichtig, langsam und zu sehr in die Breite.
Ihren ersten Hochkaräter erspielten die Gastgeber nach geschlagenen 65 Minuten, als Heinrich Müller eine Greif-Flanke nur knapp verpasste. Die aufopferungsvoll verteidigenden Neunkircher hatten zudem Glück, dass ein Foul an Greif (70.) ungeahndet blieb. Strehls Solo nach einem Reisch-Zuspiel um drei Borussen herum endete jedoch in der 79. Minute mit dem späten 1:o-Treffer. Die vom Abwehrkampf ausgelaugten Borussen hatten nicht mehr die Kraft zum Gegenschlag, mussten dafür nach einem groben Schnitzer von Torwart Ertz, der eine Heiner Müller-Flanke ins eigene Netz boxte (87.), sogar noch das 0:2 hinnehmen. Nürnberg enttäuschte trotzdem.