Manchmal gibt es Spiele, die ein Akteur nahezu im Alleingang entscheidet. In dieser Partie war Uwe Seeler der entscheidende Mann.
Dabei begann es für die Hausherren richtig gut. Ein weiter Pass von Reisch in der dritten Spielminute erreichte punktgenau Sturmspitze Strehl, der Giesemann und Schnoor mit seinem Linksschuss überraschte. Doch die HSV-Abwehr stellte sich nach anfänglichen Unsicherheiten immer besser auf die Club-Stürmer ein. Giesemann steigerte sich gegen Strehl; Dieckmann und Kurbjuhn ließen die uneffektiven Außen Allemann und Greif auflaufen und Schnoor wurde mit jeder Prüfung sicherer. Entscheidend sollte allerdings der Zweikampf Wenauer-Seeler werden. Der Club-Stopper stand meist viel zu weit von dem vor Spiel- und Schusswut nur so sprühenden Kapitän der DFB-Elf entfernt. Zuerst beim Ausgleich in der 20. Minute, als Seeler zum ersten Mal entscheidend entwich. Zwar ging der fleißig stürmende Club in der 39. Minute durch einen Allemann-Volley nochmals in Front, doch nur eine Minute später war Seeler erneut schneller als Wenauer am Ball (40.).
Dabei riss außer Seeler im HSV-Angriff kein weiterer Akteur große Bäume aus. Peltonen war zu eigensinnig und Charly Dörfel sah gegen den überzeugenden Leupold kaum Land. Einzig seine Vorlage zum 3:2 durch Seeler war sehenswert. Dann übernahm Leupold den HSV-Mittelstürmer und legte den Gäste-Sturm damit an die Kette. Nürnberg spielte in der letzten halben Stunde zwar engagiert offensiv, doch es fehlte vorne an Kreativität und ein Uwe Seeler. Ein Handspiel Kurbjuhns sorgte noch für Aufregung, doch der Pfiff blieb aus (79.), der erste HSV-Auswärtssieg somit perfekt.