Der Fünfte gegen den Ersten. Vom Papier her handelte es sich also um ein Spitzenspiel. Diesem Titel wurden beide Teams jedoch nur in Auszügen gerecht.
Richtig auf dem Platz schien Löwen-Keeper "Radi" Radenkovic noch nicht zu sein, als er in der zweiten Spielminute einen Freistoß von Lorenz vor die Füße von Klöckner abklatschen ließ, der sich diese Chance nicht nehmen ließ. Aber auch seine Vorderleute kamen nicht ins Spiel. Betulich das Aufbauspiel, breit angelegt und ohne Überraschungseffekte war es für Werder nicht schwer, die Gastgeber zu beherrschen. Da allerdings auch SVW-Torwart Bernard in der 13. Minute nicht auf der Höhe der Situation war, als Kohlars aus der Drehung heraus zum Ausgleichstor kam, wurde der Vorteil der Hanseaten recht schnell wieder verspielt. Beide Torhüter zeichneten sich allerdings bei verschiedenen Möglichkeiten von Luttrop, Heiß, Schulz und Brunnenmeier - es waren vor allem Fernschüsse und Kopfbälle - aus.
Im Mittelfeld hatten die Bremer eine Stunde lang Vorteile, weil der zurückhängende Schütz und Ankurbler Ferner Luttrop, Kohlars und Grosser aussstachen. Luttrops Distanzschüsse prüften Bernard jedoch regelmäßig. Schütz verletzte sich allerdings und konnte nach ca. 60 Minuten nicht mehr mit voller Kraft weitermachen. Nach einem Zuspiel den besten Löwen, "Fredi" Heiß, gelang Kohlars in der 70. Minute glücklich das 2:1, das Jagielski unglücklich abgefälscht hatte. Auch beim dritten 1860-Tor durch Heiß war etwas Glück im Spiel, denn vom Innenpfosten prallte die Kugel ins SVW-Tor (85.). Letztlich hatte es Werder in seiner überlegenen Phase an Durchschlagskraft gefehlt, während 1860 aus wenigen Chancen viel machte.