Wenn vier von fünf Toren aufgrund Fehler der Schlussleute fallen, kann das Endergebnis schnell verfälscht wirken. So auch in diesem Fall.
Doch auch ein mutmaßlich angenommener 1:0-Erfolg der Hannoveraner wäre den tatsächlichen Kräfteverhältnissen auf dem Platz nicht gerecht geworden. Schließlich beherrschten die Niedersachsen ihre Gastgeber so eindeutig, dass die Tordifferenz auch gut und gern drei oder vier Tore hätte betragen können. Vor allem Mit-telfeld und Angriff der Karlsruher enttäuschten maßlos. Weder Marx, noch Wild und Zaczyk konnten dem Mittelfeld des KSC ihren Stempel aufdrücken, noch waren die Badener Angreifer in der Lage die sichere 96-Abwehr zu bedrohen. Hätte nicht Podlasly bei beiden Gegentoren gepatzt, wäre der Vorsprung der variabel aufspielenden Gäste dem Leistungsunterschied entsprechend ausgefallen.
Beim 1:0 durch Rodekamp nach 31 Minuten ließ KSC-Torwart Paul den Ball fallen, so dass der 96-Mittelstürmer nur noch einzuschießen brauchte. Hannover spielte einen überraschend erfrischenden Angriffsfußball, der durch einen Doppel-schlag zum 2:0 und 3:0 getoppt wurde. Einen haltbaren 30-Meter-Schuss Mühlhausens ließ Paul in der 59. Minute passieren. Einzig der dritte 96-Treffer durch Bandura ging nicht auf Kosten des KSC-Keepers (60.). Den hatten seine Vorderleute verursacht. Dafür ließ Podlasly gegenüber den keineswegs unhaltbaren Kopfball Cieslarczyks (68.) und einen “Kullerball” Zaczyks (83.) durch und hätte den sicheren Sieg der Niedersachsen fast noch kippen lassen. Paul verhinderte zwar durch einige Paraden weitere Treffer, doch der fatale Gesamteindruck des KSC-Spiels überwog.