Die Rolle des Spielgestalters hinter den Spitzen konnte Melcher nach seiner Verletzungspause noch nicht wieder befriedigend ausfüllen. Glod dagegen brillierte auf diesem Platz.
Borussen-Trainer Buhtz war das Risiko eingegangen, dem langen Techniker Melcher die vakante Schlüsselstelle, die der verletzte Pidancet zuletzt besetzte, zuzuweisen. Doch Melcher fehlte noch die Ballsicherheit und Präzision im Abspiel, so dass die Neunkircher Spitzen nur unzureichend versorgt wurden. Drei mittelprächtige Chancen für May, Schock und Glod blieben das dürftige Ergebnis vor der Pause. Die Gäste mischten tatkräftig mit, wobei sich der konditionsstarke Mühl-hausen, Aufbauaktivist Gräber und Filigrantechniker Nix nach gewisser Anlaufzeit recht gut machten. Allerdings waren Bandura-Rodekamp-Kellermann bei Schröder-Leist-Schreier in bester Obhut.
Mit dem Glod-Melcher-Tausch kam die vermisste Präzision ins Sturmspiel der Borussen. Ein Kopfballtorpedo Mays fand wegen Abseits kurz nach Wiederanpfiff zwar keine Anerkennung, dafür ein Scharfschuss von Glod (51.). Auch Kuntz, nach seiner Verletzungspause ebenfalls noch unter Form, hatte sein Highlight, als er beim 2:0 nach einem May-Eckstoß richtig stand (64.). Zwischendurch war Rodekamp mit seinem einzigen guten Torschuss an Kirsch gescheitert, aber auch Mays Gewaltschuss war von Podlasly gemeistert worden. Neunkirchen war danach einige Male dem 3:0 nahe, ließ Hannover jedoch in den letzten zehn Minuten noch einmal aufkommen. Zwei Minuten vor dem Abpfiff trafen auch die Niedersachsen ins Tor. Gräbers Schuss nahm den Umweg über den Innenpfosten, kam für einen Umschwung indes zu spät.