Zwei unterschiedliche Halbzeiten hatte dieses Spiel aufzuweisen. Vor der Pause dominierten die Löwen; danach erwachte die Kampfeslust des HSV.
Das frühe 1:0 durch Kurth (5.) löste sogleich heftige Proteste der Sechziger aus, die den Torschützen im Abseits gesehen hatten, was die TV-Bilder später jedoch nicht belegten. Unbeeindruckt von dem Rückstand spielten die Gäste danach allerdings ihr schlüssiges System erfolgreich herunter. Linksaußen Bena bearbeitete Uwe Seeler als zurückbeorderter "Schatten" mit allen Mitteln bis an die Grenzen des Erlaubten, während Zeiser und Luttrop maschierten und antrieben, sowie Kohlars und Grosser die Verbindung zu den Spitzen Heiß und Brunnenmeier suchten. Ein Stellungsfehler des ansonsten gut verteidigenden Kurbjuhn verhalf Grosser bereits nach zwölf Minuten zum Ausgleich. Als Giesemann einen Freistoß-Hammer Luttrops vier Minuten später unglücklich ins eigene Netz köpfte, war das Spiel verdientermaßen gedreht. Die Löwen beherrschten Ball und Gegner auch im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs deutlich.
Aus der Pause kamen die Hanseaten allerdings mit einer anderen Einstel-lung. Kurth schwang sich zum präzise passenden Regisseur auf; Dörfel wachte aus seiner Lethargie auf und Uwe Seeler entwich Bena immer geschickter. Zwar hatte 1860 noch zwei gute Chancen durch Heiß und Kohlars (Pfosten), doch dann schlug Uwe Seeler mit zwei prächtigen Kopfballtoren (63., 75.) nach Flanken von Dörfel und Woldmann zu, wobei Radenkovic beim 1:1 klassisch danebengriff. 1860 hatte kräftemäßig zuletzt nichts mehr zuzusetzen und unterlag der wuchtigen Wende des HSV.