Die Diskrepanz zwischen den Heim- und Auswärtsauftritten war bislang krass. In Stuttgart sahen die Zuschauer allerdings einen äußerst effektiven HSV.
Dabei schien es für die Schwaben gut anzugehen. Entenmann, Sieloff und Menne blockten den HSV-Sturm aus, während Waldner und Geiger im Mittelfeld nach Belieben schalteten und walteten. Wären nicht Schnoor, Krug, Kurbjuhn und vor allem Giesemann konzentriert zur Sache gegangen, hätte der VfB nach 31 Minuten höher als 1:0 durch einen Geiger-Treffer geführt. Weitere Möglichkeiten mit nicht geringer Substanz hatten Höller, Waldner, Geiger und Weiß. Dann wurde Stuttgart plötzlich überheblich, fahrig und baute dicke Abwehrfehler. Ein Doppelschlag durch Wulf (40.) und Uwe Seeler (44.), der einmal mehr sein Team bei den eiskalten Konterschlägen kraftvoll mitriss, drehten die Partie urplötzlich.
Auch nach dem Wechsel war die Verunsicherung bei den Gastgebern keineswegs verschwunden. Eisele baute grandiose Fehlpässe, Seibold und Menne verloren kurzfristig den Überblick und Sieloff konnte die Lücken nicht schnell genug stopfen. So warf ein erneuter Doppelschlag durch Mate und Charly Dörfel (56., 58.) die Schwaben aussichtslos 1:4 zurück. Dann ließen die Hanseaten ihren Gegner in der Restspielzeit zwar fleißig anstürmen, hatten mit den unausgegorenen Angriffen allerdings auch wenig Probleme, denn die Spitzen Höller, Weiß und Reiner spielten ohne Power; Geiger fehlte ebenso die Kraft und Entenmann musste auf Uwe Seeler aufpassen, fehlte im Aufbau. Der Handelfmeter Höllers (Bähre fiel mit der Hand auf den Ball) änderte nur noch das Resultat.