76.000 Zuschauer sahen im Niedersachsen-Stadion ein spannendes Nord-Derby, in dem die Hanseaten mit einer erstklassigen Verteidigerkette brillierten.
Nach den beiden Erfolgen über Dortmund und Köln hoffte die Länderspielkulisse in Hannover auf eine Fortsetzung dieser Serie. Nach beiderseits vorsichtigem Beginn wurde der Finne Peltonen im Strafraum der 96er regelwidrig gesperrt. Der indirekte Freistoß wurde für Dehn aufgelegt, der die Kugel zum 1:0 in die Maschen hämmerte (13.). Zwar hatten die Gastgeber vor der Pause die besseren Tormöglichkeiten (Heiser, Bandura), doch die Hamburger gefielen bei ihren Gegenzügen durch das gekonnte Zusammenspiel am linken Flügel, wo Peltonen und Dörfel bestens rochierten, während Uwe Seeler durch Kraft und Laufbereitschaft, aber auch als Ball-schlepper brillierte. In Hannovers Abwehr hatten Steinwedel, Bohnsack und der frühzeitig angeschlagene Laszig nicht ihren besten Tag erwischt, konnten demzufolge froh sein, dass Podlasly, Mülhausen und Mittrowski größere Löcher stopften.
Kernstück des HSV-Spiels war die Verteidigerkette Krug-Giesemann-Kurb-juhn, die, später sogar noch von Uwe Seeler tatkräftig unterstützt, praktisch fehlerfrei agierte. Das 2:0 des jungen Woldmann, der sich in seiner besten Szene gegen zwei 96er durchsetzte und scharf einschoss (52.), machte bei Hannover weitere Kräfte frei. Ein flach ins Tor gezogenes Freistoßtor Rodekamps ließ die Hausherren noch einmal hoffen (65.), doch die starken Seeler-Brüder und ein guter Schnoor plus Abschlussschwäche der 96er verhinderten neben Krug & Co. ein gut mögliches Ausgleichstor.