Typisch HSV. Wochenlang aufsteigende Leistungen und als es gegen einen notorischen Außenseiter ging, patzte das Team kurz vor der Eroberung der Tabellenspitze.
Borussia Neunkirchen war schließlich mit der Bürde an die Elbe gereist, auswärts gerade einmal einen Punkt eingesammelt zu haben. Dabei fanden die Hamburger im dichten Nebel zuerst den Überblick und kamen durch Uwe Seeler zu einem Pfostenschuss (7.). Auch Mate hatte etwas später das Führungstor auf dem Fuß. Dann der erste Aussetzer des völlig indisponierten Harry Bähre, der den Ball an der Torauslinie gegen Berg vertändelte, aus dessen Flanke May ein schönes Kopfballtor machte (12.). Nur drei Minuten später legten die Borussen nach. Diesmal hatte Dieckmann im Mittelfeld den Ball verloren und erneut war Berg Passgeber für May, der eine Idee schneller als Kurbjuhn am Ball war und traf (15.). Zwar wechselte nach diesem Schock Uwe Seeler sogleich in die Sturmspitze, Mate auf Rechtsaußen und Dehn agierte als Halbrechter, doch die Borussen blieben gradliniger und bei ihren Kontern gefährlicher.
Neben dem unermüdlichen Seeler überzeugte beim HSV gerade noch Heiko Kurth, der hinten viele Löcher stopfte und durch sein Direktspiel im Aufbau überzeugte. Der Läufer war auch der Schütze zum 1:2 (55.), doch als Bähre mit seinem Schlussmann Schnoor in der 61. Minute zusammenstieß und der Keeper mit einer Jochbeinverletzung vom Platz musste (Giesemann ins Tor), war der Faden beim HSV wieder gerissen. Möglichkeiten zum Ausgleich gab es zwar genug, doch weder Dörfel und Mate, noch Seeler trafen. Allerdings verteidigten die Gäste auch geschickt und Kirsch hielt bravorös.