Von der Klasse des ersten Bundesligameisters war auch im zweiten Saisonspiel wenig zu sehen. Diese zeigte dafür der Aufsteiger aus der Niedersachsen-Metropole.
Die 96er legten gegen den Deutschen Meister bereits in den ersten Spielminuten los, als wollten sie den Favoriten regelrecht überrennen. Schumacher musste schon nach wenigen Sekunden Kopf und Kragen riskieren, um gegen Gräber den Rückstand zu verhindern. Köln hatte zwar durch Müller ebenfalls eine große Torchance (3.), doch ein extrem heftiger Freistoß-Lattenkracher Rodekamps (4.) unterstrich das Selbstbe-wusstsein des Neulings umgehend. Zu schablonenhaft trugen die phantasielosen Kölner ihre Angriffe vor; zu durchsichtig war ihr enttäuschendes Ballgeschiebe in der Offensive.
Anders die Gastgeber: Schnell, gradlinig und flexibel kombinierten Heiser, Gräber, Rodekamp und Nix und erspielten per Doppelschlag die Vorentscheidung. Sträflich allein gelassen erlief Gräber einen weiten Schlag von Rodekamp und schlenzte die Kugel an Schumacher vorbei ins Netz (30.). Dann trickste Heiser Regh einmal mehr am rechten Flügel aus, flankte von der Grundlinie auf den kurzen Pfosten, wo Gräber per Kopfballtorpedo vollendete (35.). Zwar bemühten sich die Kölner im zweiten Durchgang, die alte Dynamik wiederzubeleben, doch mit einer spielerisch und kämpferisch geschlossenen Gesamtleistung stemmten sich die 96er dem ideenlosen Anliegen erfolgreich entgegen. Von Sturm abgesehen, erreichte kaum ein Kölner Normalform. Vor allem von Schäfer, Benthaus und Overath wurde nur Stückwerk abgeliefert. Somit hatten die emsig-cleveren Zerstörer Fuchs und Mittrowski leichtes Spiel.