Innerhalb von drei Wochen stellte Rudi Gutendorf als neuer VfB-Coach das Spielsystem der Schwaben auf das in der letzten Saison bereits beim MSV bewährte Rollsystem um -mit erstem sichbaren Erfolg.
Dass das neue System allerdings bereits so perfekt von seinem Team in der Praxis umgesetzt werden konnte, verblüffte Fachwelt und Zuschauer. Flexibel mit acht Mann verteidigend und kurz darauf mit acht Angreifern den Gegner unter Druck setzend, wurden die lethargischen Löwen mit unerwarteten Problemen konfrontiert. Hilfreich war für die Hausherren natürlich, dass es im Team keinen Ausfall gab. Erst dadurch erreichte die Umsetzung ihre Perfektion.
Anfangs war 1860 allerdings noch gut dabei. Grosser (9.), Steiner (13.) und Brunnenmeier (16.) gaben gefährliche Warnschüsse ab, doch der Schwung war so schnell wieder weg, wie er aufkam. Stuttgart machte in der 23. Minute erstmals Nägel mit Köpfen. Pfisterer hatte den enttäuschenden Küppers ausgetrickst und Radenkovic mit einem verdeckten Schuss überrascht. Dann musste der verletzte Patzke mit Steiner tauschen und die VfB-Angriffswellen setzten sich fort. Geiger (26.) und Hoffmann (29.) scheiterten zwar noch, doch Höllers Pfund aus kurzer Distanz traf (33.). Der wie aus einem Jungbrunnen entsprungene Waldner eröffnete die zweite Hälfte mit einem grandiosen Lattenknaller (46.), hatte jedoch in der 65. Minute mehr Schussglück, als er nach einem Höller-Zuspiel per Flachschuss erfolgreich war. Fünf Mal hätte der Ball danach ebenfalls im Löwen-Tor einschlagen können. Zwei Holztreffer von Brunnenmeier (83.) und Waldner (89.) rundeten die Partie ab, in der der VfB erst in der Endphase abbaute.