Dass auch ein technisch beschlagenes Team wie die Frankfurter Eintracht nicht auf den nötigen körperlichen Einsatz verzichten darf, wurde beim misslungenen Auftritt in Neunkirchen belegt.
Um nicht wieder ganz tief in die Abstiegszone zu rutschen, mussten die Saar-Borussen unbedingt punkten. Gegen die bekanntermaßen auswärts oft erfolgreichen Frankfurter gelang dieses Unterfangen eindrucksvoll. Früh setzten die Borussen die hessische Defensive unter Druck, auch wenn zumeist nur drei Angreifer (May, Simmet und Heiden) den Sturm bildeten, da Glod und der noch leicht angeschlagene Kuntz weiter zurückhingen. Bei der Eintracht hatte einzig Stein einige gute Szenen in vorderster Front, bis sich Leist auf ihn einstellte.
Mehrere gute Möglichkeiten verpassten die Neunkircher in der ersten halben Stunde, wobei "Kanonier" May auffällig oft aufs Eintracht-Tor schoss, u.a. auch die Latte traf. Innerhalb einer Minute bezwang Simmet den besten Frankfurter, Egon Loy, allerdings zwei Mal (34., 35.). Weitere Hochkaräter für Heiden und May (erneut an die Latte) vor der Pause unterstrichen die Führung.
Bis zum 3:0 durch ein Eigentor Webers, der eine Heiden-Flanke bei seiner Rettungsaktion unglücklich ins eigene Netz bugsierte (57.), dominierten die Borussen weiter. Vor allem Melcher hatte sich öfter in die Offensive eingeschaltet, mehrmals aus der Distanz Loy geprüft und sein Team toll dirigiert. Frankfurts Aufbäumen nach dem 0:3 fand ohne Druck und Ideen statt: Brotlose Kunst ohne Körpereinsatz. Den zeigte Lindner nur gegen Heiden, so dass der Pfiff nicht ausblieb. Mays 11er-Bombe hätte Loy fast die Finger weggerissen (83.).