Nahezu die gesamte Spielzeit rannten die Berliner dem unglücklichen Rückstand hinterher. Eine Minute vor Schluss lag der Ball endlich im Borussen-Tor.
Das Spiel auf ein Tor begann im Prinzip nach dem Führungstreffer der Neunkir-cher in der 8. Spielminute. Fahrian hatte den nassen Ball nach einem Schuss von Kuntz aus den Händen gleiten lassen und Simmet war rechtzeitig als Abstauber zur Stelle. Hertha drängte in der Folgezeit zwar wie verrückt, musste allerdings bei den Gegenzügen der Borussen höllisch aufpassen. Ansonsten postierten sich die Gäste allerdings mit meist acht Feldspielern am eigenen Strafraum und kämpften wie die Löwen. Es ergaben sich dadurch kaum torreife Szenen für die Gastgeber, da sich immer ein Körperteil der Saarländer zwischen Ball und Tor befand oder der großartige Schlussmann Ertz rechtzeitig zur Stelle war.
May und Simmet, als einzig verbliebene Stürmer der Gäste, blieben auch im zweiten Durchgang durchweg ein spritziger, nicht zu unterschätzender Gefahrenherd. Hinten taten sich kaum mehr Lücken für die Berliner auf, auch wenn oft minutenlang der Ball nicht aus der Borussen-Spielhälfte heraus kam. Die brisanteste Szene spielte sich in der 78. Minute vor dem Neunkircher Tor ab. Reh-hagels Kopfball wurde von Leist an die Unter-kante der Latte gelenkt, sprang aber wieder ins Feld zurück. Erst als Herthas Bester, der schnelle Angreifer Kurt Schulz, eine Minute vor dem Abpfiff aus 18 Metern verzweifelt aufs Tor schoss, prallte die Kugel vom Innenpfosten zum überfälligen 1:1 ins Netz. Demnach war somit auch Hertha sportlich gerettet, doch es sollte bekanntermaßen noch ganz anders kommen...