Die Qualität eines echten Topspiels hatte das Aufeinandertreffen der alten Westkonkurrenten nicht. Dafür gelang Weltmeister Schäfer sein 500. Tor für den FC.
Vor dem Treffer von Schäfer nach einer Viertelstunde hatten Thielen (1.) und Brungs (4.) das 1:0 bereits auf dem Fuß bzw. Kopf. Schäfer hatte zwar schon schöner ins Netz getroffen, der "Kullerball" des Kölners rutschte Tilkowski unter dem Körper hindurch, wurde jedoch besonders umjubelt. Vor dem Seitenwechsel sah das Spiel phasenweise richtig gut aus, auch wenn es zwischedurch immer wieder langweilige Passagen ohne Tempo gab. Konietzkas feine Einzelleistung, er umkurvte hintereinander Hemmersbach und Wilden, bedeutete das 1:1 (23.). Pech für Köln, dass Hornig sich nach einer guten halben Stunde mit einem Muskelfaserriss verabschieden musste, doch der auf vier Angreifer reduzierte FC-Sturm blieb im weiteren Verlauf gefährlicher, als die statische Borussen-Offensive, auch wenn Thielen und Overath bei Cyliax und Kurrat wenig verrichteten.
Optisch überlegen blieb der BVB und hatte durch Brungs und Konietzka zwei passable Chancen, doch die Angreifer zielten schlecht. Zwei Minuten nach einem Pfosten-Kopfball Thielens (71.) war Müller dem unsicheren Paul einmal wieder entwischt und schoss aus spitzem Winkel seinen 19. Saisontreffer. Der Vorsprung währte allerdings auch nur 120 Sekunden, denn Wosab war im Anschluss eines Freistoßes zur Stelle und drückte das Spielgerät zum 2:2-Endstand über die Torlinie (74.). Köln sicherte danach verstärkt seine Defensive ab, um die Vize-Meisterschaft, die jedem Spieler eine Extraprämie von 2.000 Mark versprach, nicht mehr zu gefährden. Die theoretische Titelchance war eh’ vertan.