Die rein theoretische Möglichkeit, dass Werder noch von Köln hätte abgefangen werden können, erübrigte sich mit dem etwas wackeligen 3:2-Erfolg des SVW in Nürnberg.
Die Begegnung in Nürnberg erschien geradezu typisch für den Saisonverlauf des SVW. Einerseits trumpfte der neue Deutsche Meister gewohnt athletisch und harmonisch mit einer geschlossenen Teamleistung auf; andererseits hatte die Multhaup-Truppe auch das unverschämte Glück - gepaart mit den Schwächen des Gegners - das den tüchtigen Hanseaten bereits in mehreren Begegnungen dieser Saison hold war.
Im ersten Durchgang prallten zwei äußerst engagierte Mannschaften aufeinander. Strehls Billardtor - die Kugel prallte nach seinem 20-Meter-Schuss von einem Pfosten zum anderen und dann ins Tor (8.) - rief sogleich Werder auf den Plan. Eine verunglückte Rückgabe von Mittelstürmer und Schütz-Bewacher (!) Billmann erlief Ferner, dessen Flanke Zebrowski einköpfte (10.). Dieses Tor gab dem SVW Sicherheit. Der Club kam offensiv nie recht ins Spiel, weil die Bremer Abwehr flexibel verteidigte und die Um-schaltung auf Angriff bestens bewerkstelligte. Der immer anspielbare, unheimlich gefährliche Matischak erhöhte nach 39 Minuten auf 2:1, doch Wabra, der seine Nervo-sität nie ablegen konnte, hätte diesen zugegeben strammen Schuss halten müssen. Doch der FCN hatte seine Einzelkönner, wie z.B. Strehl, dem noch vor der Pause das 2:2 gelang (43.). Auch das 3:2 durch Pionteks harten Schuss hätte Wabra an anderen Tagen gehalten (54.). Als Müller eine Minute danach einen 11er vorbeigeschossen hatte, brachte die selbstbewussten Bremer den Vorsprung meisterlich über die Zeit.