Nicht Walter Rodekamp stürmte in vorderster Stellung, sondern Gräber nahm diese Rolle ein. Der etatmäßige Mittelstürmer agierte also aus dem Mittelfeld heraus und brachte das Werder-Schiff vor der Pause arg ins Wanken.
Die erste Möglichkeit des Nord-Derbys hatte zwar Rodekamp für 96 (Bernard hielt), doch danach spielten die Bremer dynamisch und erfolgreicher. In der 13. Minute zog Ferner einen Freistoß vor das Tor, Matischak köpfte an die Latte und Zebrowski drückte den Abpraller über die Torlinie. Wenig später traf Lorenz den Pfosten, doch das Spiel kippte, weil sich Ferner und Schimeczek nicht in der Bewachung des zurückweichenden Rodekamp einigen konnten, Siemensmeyer geschickt einfädelte und die Außen Bandura und vor allem Heiser immer wieder durchbrachen. So setzte sich Rodekamp am linken Flügel großartig gegen Piontek und Steinmann durch und schoss aus spitzem Winkel ins lange Eck (19.). Schimeczek steckte mit seiner Unsicherheit danach die ganze SVW-Abwehr an und Heiser (36.) und Gräber (39.) nutzten die Fehler eiskalt aus.
Kurz nach dem Wechsel verpasste Gräber allerdings das 4:1 und Hannover schien den Vorsprung nach Hause schaukeln zu wollen. Werder mobilisierte auf dem Schneeboden jedoch noch einmal alle Kräfte, kam durch seinen überragenden Spielmacher Danielsen auf 2:3 heran (65., Podlasly glitt der Ball durch die Finger) und drängte weiter mit aller Macht. Der Lohn für den zuvor über weite Strecken vermissten Einsatz folgte mit dem Treffer zum 3:3, den ausgerechnet “Unsicherheitsfaktor” Schimeczek erzielte, als Baldauf eine Danielsen-Ecke verpasste und der Läufer schnell schaltete (73.).