Die Braunschweiger kamen ohne ihre Star Ulsaß, was womöglich auch zum für den FCB enttäuschenden 2:2 beitrug: Sie nahmen die Eintracht auf die leichte Schulter, nach dem Motto: Wie sollen die denn ohne Ulsaß Tore schießen?
Sie zeigten es jeweils in den Momenten, in denen sich die Münchner auf der Siegesstraße wähnten. Nach Dreschers beeindruckendem Solo zum 1:0 (23.) dauerte es nur 13 Minuten, dann hatten Eintracht ausgeglichen. Erich Maas zog dem zu langsamen Nowak auf dem Flügel davon und verwandelte mit strammem Schuss zum 1:1 (36.). und Als Gerd Müller drei Minuten nach dem Wechsel alles klar gemacht zu haben schien, als er einen Abpraller verwandelte, fiel doch noch das 2:2. Krafczyk hatte nach einem Eckball Glück, sein abgefälschter Schuss fand den Weg ins Tor. (78.)
Was nützte es noch, dass die Bayern anschließend mit sieben Mann stürmten? Sie machten den taktischen Fehler, den Ball ins Tor tragen zu wollen. Und das funktionierte nicht gegen das elastische Bollwerk der Braunschweiger um den resoluten Stopper Peter Kaack. Es war meist ein kopfloses Anrennen, der ins Dribbling verliebte Nafziger hätte sich ein Beispiel an Erich Maas nehmen sollen. Dessen Sturmläufe aus der eigenen Hälfte waren das Gefährlichste überhaupt, ließen die Münchner Zuschauer zuweilen den Atem anhalten. Ohne den souveränen Maier hätte es für die Münchner sogar noch schlimmer kommen können. Sie litten zweifellos darunter, dass Kapitän Olk diesmal verletzt fehlte (Beckenbauer dafür Kapitän), die daraus resultierenden Umstellungen brachten Irritationen. Bester Bayer war der unermüdliche Drescher, der Wolter mit satten Schüssen prüfte.