Es liegt im Wesen das Fußballs, das gelegentlich auch die schwächere Mannschaft gewinnt. Dennoch: Dass ein Ergebnis dem Spielverlauf so widerspricht wie diesmal gehört sicher zu den ganz großen Ausnahmen.
Lassen wir die Zahlen sprechen: Die Statistiker hatten beim Schlusspfiff 16:4 Ecken für Hannover gezählt, 24 Torschüsse und darunter sechs so genannte "Hundertprozentige", bei denen der Torerfolg sicher schien. Doch das Tor des Tages erzielte ein Münchner: Rudi Brunnenmeier erzielte es (70.), als er nach einer Ecke von rechts und der Verlängerung von Konietzka den Ball ins Tor köpfte. Dabei blieb es, auch das war wieder ein die Statistiker interessierendes Ergebnis: es war der vierte Sieg der "60er" seit Bundesliga-Bestehen, die damit auf das Torverhältnis von 12:0 kamen.
Zurück zum Geschehen: "Wer hier ein Tor schießt, gewinnt auch", fürchtete Hannovers Trainer Kronsbein schon vor dem Anpfiff und sollte Recht behalten. Der Boden war extrem schwer, das Stadion erst kurz vor dem Anpfiff durch städtische Mitarbeite halbwegs bespielbar gemacht worden. Doch der Ball lief ungenau und schwerfällig, es war ein Tag für die Leichtgewichte. Einer nutzte die besonders Bedingungen besser als alle anderen: Perusic, der kleine Außenläufer, war der überragende Mann auf dem Platz. Er gewann nahezu alle Zweikämpfe, leitete immer wieder Gegenangriffe ein. Doch er hatte das Pech, das mit den Münchner Stürmern nicht viel anzufangen war. Die Außen Heiß und Großer waren Totalausfälle. Brunnenmeier stand im Schatten von Fuchs. Bester 96er war Siemensmeyer, unterstützt von Mittrowski, doch ihre Vorderleute vergaben die besten Chancen.