Wenn die Taktik dominiert, kommen die Schönheiten des Fußballs oft zu kurz. So zu beobachten in Nürnberg, wo zwei der einst spielerisch stärksten deutschen Teams eine verkrampfte Partie ablieferten, die zu Recht keinen Sieger fand.
Der Hauptvorwurf gilt dabei den Gästen, die ihr Tor mit acht Spielern verbarrikadierten. Dem "Club" ist anzulasten, dass er das zwar zu einer beträchtlichen Feldüberlegenheit nutzte, jedoch die Absicherung nach hinten nie ganz aufgab. So wurde es ein Sturmlauf mit Handbremse. Vor allem Stefan Reisch, ein eigentlich offensiv-freudiger Halbstürmer, wagte sich kaum einmal über die Mittellinie hinaus.
Der Club hatte einige Chancen, besaß aber keinen kaltblütigen Schützen. Bast und Volkert vergaben. Und selbst einen Strafstoß konnten die Gastgeber nicht nutzen: Kunter hielt den Elfmeter von Reisch in der 55. Minute. Allerdings war es eher ein Geschenk des Schiedsrichters, der einen Sturz von Strehl ahndete, ohne dass wirklich ein Foul vorlag. Bester Nürnberger war noch Verteidiger Hilpert, dessen Vorstöße immer wieder für Gefahr sorgten. Doch die Vorderleute versagten im Abschluss, wobei hinterher auch die Personalentscheidungen von Trainer Czaknady diskutiert wurden: Er hatte Flachenecker und Brungs in die Reserve verbannt und damit auf zwei Offensivkräfte verzichtet, deren Torgefährlichkeit schmerzlich vermisst wurde. Eintracht-Trainer Schwarz verteidigte die Mauertaktik: "Wenn wir den offenen Schlagabtausch gewählt hätten, wären uns zumindest drei Gegentore sicher gewesen." Neben der 11er-Situation hatten die Frankfurter noch Glück, als ein Kopfball von Bast nach einer halben Stunde von der Latte aufgehalten wurde.