Es war ein Zitterspiel, wie jedes, wen es gegen den Abstieg geht. Als Schalke 2:0 gewonnen hatte, floss der Sekt in der Kabine, und keiner regte sich darüber auf, dass es eigentlich ein fußballerisch höchst durchschnittliches Spiel gewesen war.
Doch wenn die Nerven blank liegen, ist wohl auch keine Lehrstunde zu erwarten. Trotz des Drei-Punkte-Vorsprunges vor den Neunkirchern war den Schalkern die Belastung mehr anzumerken, es gab fast ein Fehlpass-Festival. Gut für die Gelsenkirchener, dass wenigstens auf ihre Abwehr Verlass war. Das Trio Rausch - Fichtel - Becher meldete die flinken Borussen-Stürmer ab, die allerdings freiwillig auf Halbstürmer Peter verzichtete: Er ging als Sonderbewacher des Schalker Torjägers Manfred Kreuz kaum über die Mittellinie hinaus.
Allerdings hatte auch Trainer Langner auf eigenem Platz auf Sicherheit gesetzt. In dem Bewusstsein, dass schon ein Remis zum Klassenerhalt reichen würde, zogen sich die Halbstürmer Neuser und Hermann weit zurück,.Torjäger Kreuz kam angesichts der Doppelbewachung auch nicht zur Entfaltung. Vielleicht wäre die Partie ansehnlicher geworden, hätte Pyka nach gut einer halben Stunde die Elfmeterchance genutzt. Doch der sonst so sichere Schütze (Trainer Langner: Im Training hat er 30 hintereinander reingehauen) scheiterte an seinen Nerven. So dauerte es bis zur 75. Minute, ehe sich die Schalker Fans in den Armen lagen. Rausch hatte den Ball über den herausstürzenden Ertz an die Latte gelupft, Bechmann schob den Abpraller zum 1:0 ins Tor. Fünf Minuten vor Schluss die Entscheidung: Kreuz stand erstmals richtig frei, erhielt den Ball und schoss aus zehn Metern ein.