Mit dem 2:1 durch Seibold in der 70. Minute schien das Spiel zugunsten der Schwaben entschieden zu sein. Drei Tore der 96er innerhalb der letzten zwölf Spielminuten drehten die Partie aber noch.
Nicht einmal 60 Sekunden waren verstrichen, da hämmerte Reiner die Kugel bereits gegen den Pfosten. Doch der erste VfB-Schwung wurde durch eine Verletzung Rudi Entenmanns in der zehnten Minute gehemmt, der fortan humpelnd weitermachte. Versuche der Gastgeber, dem Spiel endlich seinen Stempel aufzudrücken wurden vor allem von Siemensmeyers Schüssen abgeschlossen, die aber allesamt ihr Ziel verfehlten (15., 16., 17.). Erst nach 28 Minuten lag der Ball im VfB-Netz. Hoffs Flanke von rechts leitete Siemensmeyer zu Rodekamp, der aus kurzer Entfernung traf.
Der angeschlagene Rudi Entenmann war in der 39. Minute vom Platz gegangen, tauchte aber nach dem Seitenwechsel wieder auf und schoss per Heber nach 57 Minuten den Ausgleich. Auch beim 2:1 für den VfB war der unverwüstliche Läufer beteiligt. Seibold staubte ab, nachdem Podlasly den Schuss Entenmanns abprallen ließ (70.). Der überragende Mittrwoski wurde da offensiv, glänzte mit tollen Pässen, Soli und Mut. Ein Doppelschlag durch Klose (78.) und Siemensmeyer (79.) brachte plötzlich die kaum mehr erwartete Wende. Stuttgart hatte das Aufwachen der Hannoveraner total unterschätzt, wollte das Spiel nach Hause schaukeln. Den Schlusspunkt mussten die Schwaben auch noch verkraften. Bena köpfte in der letzten Spielminute einen Eckball von Gräber völlig ungedeckt zum 4:2 ein. 96-Coach Kirk fasste zusammen: “Beim 1:2 schien alles verloren, aber Mittrowski riss noch alles heraus.”