Der Abstiegskampf hatte dem KSC unheimlich viel Substanz gekostet. Gegen die gut gestaffelten Niedersachsen kam das Team trotz des 1:4 noch gut davon.
Hätten nicht Ausputzer Marx und Torwart Kessler bei den Badenern ihre gute Form bewahrt, wären die ausgelaugt und teilweise anfängerhaft (Crawatzo) agierenden Karlsruher wesentlich heftiger unter die Räder der Braunschweiger geraten. Deren Abwehr stand felsenfest, im Mittelfeld erwies sich Dulz als umsichtiger Regisseur und im Angriff ragten Gerwien und der schussstarke Ulsaß heraus, der sich nachdrücklich für das WM-Aufgebot empfahl. Neben Marx und Kessler fand beim KSC einzig der mit einer Spritze fitgemachte Dürrschnabel noch halbwegs zurecht.
Verwunderlich war, dass die Hausherren zur Pause nur durch den Ulsaß-Treffer aus der neunten Spielminute zurücklagen, den der Nationalspieler aus spitzem Winkel erzielt hatte. Trotz der knappen Führung hatten die Beobachter des Spiels nie das Gefühl, dass der KSC an der Niederlage noch etwas würde ändern können. Der Angriff war einfach zu harmlos und stümperhaft. Ein Doppelschlag von Maas (65., per Aufsetzer) und Schmidt (65., spazierte unbehindert durch des Gegners Abwehr) beendete alle Zweifel. Zu diesem Zeitpunkt war die Neunkircher Niederlage bei Tasmania noch nicht dingfest und die gepeinigten Zuschauer bangten nicht unbegründet. Dem 4:0 durch Ulsaß (75., Flachschuss) folgten noch weitere Chancen für die toll auftrumpfenden Gäste, doch Keßler hielt seinen Kasten nun sauber. Eine Minute vor Schluss traf Wild zur großen Überraschung dann doch noch zum Ehrentreffer, aber der Jubel in Karlsruhe brandete erst auf als das Ergebnis aus Berlin bekannt wurde.