Nicht nur das Eckenverhältnis von 16:4 für die Schwaben dokumentiert die haushohe Überlegenheit des VfB. Tore schossen allerdings nur die glücklichen Bremer.
Zum Haareausraufen war den Zuschauern im Neckarstadion zumute. Der Kommentator des Sport-Magazins sah gar “herzzerreißende Szenen” auf den Rängen, doch das Runde wollte partous nicht ins Eckige - der Bremer. 16 hochkarätige Tormöglichkeiten versiebten die Stuttgarter vor 40.000, so wurde es nichts mit einem Geburtstagsgeschenk für Coach Gutendorf zum Neununddreißigsten. Dabei erreichte die Werder-Abwehr speziell vor der Pause kaum Normalform und ließ die Schwaben immer wieder zum Abschluss kommen: Reiner (15., Latte; 20., Bernard hielt), Waldner (17., Bernard hielt; 20., am Tor vorbei), Huttary (18., zur Ecke abgewehrt), Geiger (24., völlig frei am Tor vorbei), Höller (27., zu schwach geschossen) und Arnold (34., aus fünf Metern vorbei). Das 1:0 gelang jedoch Zebrowski auf Vorlage Matischaks bei einem der ultraseltenen SVW-Gegenzüge (37.).
Zwar stabilisierte sich die Gäste-Deckung nach dem Wechsel, doch Chancen gab es weiterhin genügend für den VfB. Huttary, Arnold, Geiger und Entenmann blieben jedoch vor dem Tor reine Nervenbündel. Es fehlte schlicht ein Vollstrecker. Mit Peters, Popovic und Aust saßen allerdings auch drei Mittelstürmer-Alternativen auf der Reservebank. Zudem enttäuschten der mollige Geiger und Alleinunterhalter Reiner auf ganzer Linie. Dann unterlief Seibold im Zweikampf mit Matischak ein Handspiel und Schütz vollendete zum schmeichelhaften 2:0 für die enttäuschenden Bremer, die spielerisch eine Klasse schlechter waren als der furiose VfB.